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Nach einem regnerischen Sonntag ist die Hoffnung auf Wetterbesserung am Montagmorgen schnell verflogen. Nicht nur weiterer Regen, sondern auch das langsame Sinken der Temperatur lässt einige dazu verleiten, etwas wärmere HH Jacken aus den Taschen zu kramen. Ein Zeichen, dass nun der Heizungskreislauf aktiviert werden muss. Dies geschieht dann auch umgehend. Allerdings insofern mit einer gewissen Umsicht, da einige der neuen Radiatoren vom Jugendlichen FT installiert und angeschlossen wurden. Doch bis auf ein kleines Rinnsal in der Kombüse kann kein weiterer Wasserverlust festgestellt werden. Nachdem der Druck reduziert und die Zirkulationspumpe gestoppt wurde, kann dies mit entsprechend mehr Lagen Teflon Band behoben werden.
Wetterbedingt wird in der Teamsitzung am Montagmorgen kurzerhand beschlossen einen weiteren Tag Schule abzuhalten. Des einen Freud ist des anderen Leid. Etwa dementsprechend sehen die Gesichter unserer Jugendlichen aus, nachdem wir das Tagesprogramm angekündigt haben.
Selber denke ich, dass es nun wirklich schnell Zeit wird für einen sonnigen Abschnitt, damit endlich die Arbeiten fertig gestellt werden können.
Der Dienstag verspricht in dieser Hinsicht schon vor dem Frühstück einiges. Blauer Himmel führt dazu, dass Vormittags an Bord allerhand Aktivitäten in Gang kommen. Aufgaben wie Farblager inventieren, Kabelgatt aufräumen und letzte Malerarbeiten werden von den Jugendlichen gut gelaunt abgearbeitet. Es geht an und unter Deck emsig zu und her. Mittags werden in Rekordzeit die vorbestellten Pizzas an ihren Bestimmungsort befördert, um anschliessend mit vollem Magen sofort weiter zu arbeiten. Die in den letzten Stunden schnell aufgezogenen, dunklen Wolken, inzwischen über uns angelangt, versprechen weiteren Regen. Doch bis zum Abend fallen nur wenige Tropfen und hinter die geplanten Arbeiten kann gegen 18:00 ein Häkchen gesetzt werden. Wir sind dem Auslaufen einen wesentlichen Schritt näher gekommen.
Bei unserer regelmässig, anlässlich des Teamfrühstücks am Mittwochmorgen stattfindenden „Befindlichkeitsrunde“, können wir einheitlich feststellen, dass es sehr gut läuft. Nicht nur unter den Jugendlichen, sondern auch im Team herrscht eine positive und zuversichtliche Stimmung. Die restlichen 2 Stunden des kurzen Vormittags werden für weitere Arbeiten eingesetzt. Selber begebe ich mich in die erste Verhandlungsrunde „Werftrechnung“. Dies ist möglich, da gestern Nacht mein „Ablösekapitän“ Patrick, zusammen mit Jonathan Reist und zwei Jugendlichen, aufs Schiff zurück kehrten.
Donnerstag und Freitag laufen die Vorbereitungen weiter. 4 neue Segel werden an Bord geliefert und am Freitag auch noch der Steamer repariert. Nun sind wir also bald bereit die Werft zu verlassen. Geplant ist dies für Montag. Freitagabend dann noch ein letztes Grillen an Bord.
Die sommerlichen Temperaturen am Samstagmorgen bieten uns wieder einmal die Möglichkeit, das Frühstück unter freiem Himmel einzunehmen. Auch den als Wochenrückblick getarnte Mittagsbrunch können wir nach dem obligaten Putz im Freien geniessen. Einkaufen ist eine fast tägliche Angelegenheit. Die Vorräte müssen laufend aufgestockt werden. Ein Zeichen des guten Appetits unserer Mannschaft. Unsere Chefin der delikaten Gerüche, die Gabi, verwöhnt uns täglich mit Ihrem Können.
Auch der Sonntagmorgen könnte durchaus als positiv gewertet werden, wenn da nicht unser gelber Segler in etwa 20 Meter Höhe in einem Baum hängen würde. Ich konnte es wieder einmal nicht lassen da zu fliegen, wo die Hindernisse bei den gegebenen Windverhältnissen einen einigermassen sicheren Landeanflug verunmöglichen. Natürlich stellt diese Tatsache eine Herausforderung dar, die man nicht einfach so ignorieren kann. Im Kopf werden schon Pläne geschmiedet, wie der Flieger ohne Kopf und Kragen zu riskieren, auf die Erde zurück geholt werden kann.
Soeben strömt der Duft eines sich im Backofen befindlichen Zopfes an meiner Nase vorbei. Uns geht es schon sehr gut. Das Leben auf dem Schiff zusammen mit den Jugendlichen als Grossfamilie gibt sehr viel her, nicht nur für die Jungs.
Der vermeintliche Zopf entpuppt sich dann aber als ein Blech voller Brezel. Auf der Anrichte liegen Weisswürste und professionell in eine Küchenschürze gekleidet, lacht mich Marcus an. Aha, Bayrisches Frühstück. Und dazu wird Weissbier serviert, natürlich alkoholfreies. Tolles Frühstück, nicht wahr? Aber der Segler. Nach diesem kulinarischen Abschweifen trifft mich diese Tatsache wieder schonungslos. Nach dem Frühstück…Dies sind so unsere Sorgen zur Zeit. Hoffentlich bleibt es dabei.
Übrigens gelang es uns nach 2 Stunden Kletterübungen den Segler zu bergen, Allerdings konnten nur noch die elektronischen Bauteile gerettet werden….Urs Rüttimann


Es ist Sonntagmorgen kurz nach acht. Es herrscht Stille ums Schiff und auch im dicken Bauch der alten Dame bewegt sich noch nichts. Die Werksirenen, welche jeweils unter der Woche um 06:45 unüberhörbar zum Beginn der Arbeit auffordern, bleiben stumm. Das leise Ticken des Sekundenzeigers unserer Uhr ruft stoisch in Erinnerung, dass auch der heutige Tag mit Bestimmtheit zu Ende gehen wird und auch unsere Zeit irgendwann abläuft.
Rund zwei Monate ist es nun her, seit wir mit unserer Salomon an der Werftpier in Elsfleth fest machten. Sehen wir einmal davon ab, dass 3 Jungs in der Anfangszeit mit den zusätzlichen Freiräumen nicht umgehen konnten und wir durch die bedingte Nähe an Ihr zu Hause zwei Deutsche Jugendliche „verloren“, blicken wir auf eine sehr positive, mit vielen Überraschungen gespickte Zeit, zurück. Eine besondere Freude für uns war, dass der Schulunterricht stetig beliebter wurde und dass hartnäckige „Schulverweigerer“ plötzlich mit hervorragenden Noten auftrumpften. Unseren beiden Hauptlehrerinnen Valerie und Angela, aber auch Marcus, gehört ein dickes Lob für Ihren gut geführten Schulunterricht. In den vergangenen letzten zwei Wochen unterstützt uns wieder Cla, der schon auf der Atlantiküberquerung von Ost nach West dabei war. Irgendwie war es für Ihn möglich, eine Ausbildungsberechtigung „zertifizierter Ausbilder für Notfälle“ zu erwirken. Mit dem Ziel, dass die Jugendlichen an Bord den „Nothelfer“ abschliessen können, hat Cla nun mit dem Unterricht begonnen, den er dann im Herbst/Winter fortsetzen wird.
Die Reihen der Jugendlichen haben sich gelichtet. Noch 13 Kadetten werden die Vorzüge der neu angeschafften Matratzen für einige Zeit geniessen dürfen. Das durch die Ferien bedingte „Sommerloch“ wird für uns spürbar. Erfahrungsgemäss nehmen aber die Platzierungen ab Mitte September bis Ende Jahr wieder zu. Es hat also zurzeit noch Plätze frei.
Die vergangene Woche prägte das Unternehmen „Umzug“. Die Arbeiten an Bord sind soweit fortgeschritten, dass der Wohnraum, die Küche und die Nasszellen wieder benutzt werden können. In mehreren genau definierten Schritten wird das gesamte Material zwischen den einzelnen, teilweise heftigen Regengüssen, vom Wohnheim auf das Schiff transportiert. Bei den Jungs stellt man eine freudige Unruhe fest. Die Umstellung auf die engen Kojen scheint den „Seemännern“ nicht im geringsten etwas auszumachen. Im Gegenteil, die Stimmung ist ausgezeichnet und so freuen auch wir uns auf das baldige Auslaufen.
Am Donnerstagabend findet das Abschiedsritual von V statt. Vor der, im gleissenden Scheinwerferlicht der Decks- und Riggbeleuchtung angestrahlten Salomon, steht die gesamte Crew in Uniform auf der Werftpier. Nach einigen kurzen Reden und der Übergabe der Seemeilenbestätigung, findet der emotionale Teil, die persönliche Verabschiedung, statt. Feuchte Augen gehören bei einigen mit dazu. Soviel gemeinsame Erlebnisse prägen und der Abschied ist nicht für jeden einfach.
Freitagmorgen in aller Frühe wird Manuel, zusammen mit S und M, mit unserem Lieferwagen in die Schweiz zurück kehren. M wird in der Schweiz zu einem Vorstellungsgespräch begleitet und am Dienstag zusammen mit Jonathan und Patrick, der mich wieder ablöst, auf das Schiff zurück kehren. Ein Crewwechsel steht wieder einmal bevor.
Seit zwei Monaten werden im Küchen- und Haushaltsbereich neue Massstäbe gesetzt. Dafür verantwortlich ist Gabi, eine erfahrene und liebevolle Person, die mit Ihrem Wesen viel Wärme verbreitet. Für die Jugendlichen, aber auch für uns „harte Männer“, ist sie so etwas wie ein „Schiffsengel“ geworden. Als ausgebildete Krankenschwester für Notfälle, Managerin eines Altenwohnheimes, Hochseeseglerin und Mutter von erwachsenen Söhnen unterstützt Sie die Arbeit auf dem Schiff unübersehbar.
Als direkte Folge dieser Anstellung beobachten wir eine massive Zunahme der „Wehwehchen“, welche unbedingt medizinische Behandlung erfordern.
Inzwischen ist der Sonntagsbrunch vorbei und der zu Beginn erwähnte Sekundenzeiger hat nicht aufgehört zu ticken. Die Uhrzeit 14:30. Aus der neuen 5.1 Surround Anlage kommt satter Sound und einige der Jungs schneiden sich dabei die Haare. Es regnet und die Jugendlichen lassen sind von uns an Ihrem freien Tag nicht für irgendwelche Sportaktivitäten motivieren. Auch das ist möglich.
Angi und Gabi räumen an Ihrem freien Tag all die neuen Medikamente in unsere Apotheke ein. Minutiös werden Listen erstellt und ein System entwickelt, welches auch dem nicht „Facharzt“ ein schnelles Auffinden bestimmter Mittel erlaubt. So ist der Sonntag schnell einmal vorbei und müde uns zufrieden (ausser Marcus) fallen alle rechtzeitig in einen erholsamen Schlaf.
Urs Rüttimann

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Gabi, unsere neue Haushälterin ist schon voll in Fahrt. Die Jungs werden eingespannt, neue Standarts gesetzt , unerwünschte Personen, mitunter auch Erwachsene, aus der Küche verbannt, Lumpenordnung erstellt, Waschmaschine gefüllt, Waschplan geschrieben, Menu und Einkauf geplant, Wunden verbunden, Gehörgänge beträufelt, Tabletten verweigert (in Härtefällen auch verabreicht),etc.
Kochen für unsere Crew, 16 Jungs, acht Erwachsene und neuerdings auch noch acht Werftarbeiter, ist keine Kleinigkeit. Letztere sind Teil eines Kompromisses. Sie überlassen uns die Küche, wir verköstigen sie zusätzlich einmal am Tag. Unter diesen Umständen erfreut sich Gabi besonders der Unterstützung von M.V. und S.S., die ihre offizielle Schulpflicht erfüllt haben und ihre letzten Tage mit Arbeitstraining verbringen.

Erneut bin ich erstaunt über die Ruhe, die in der Schule herrscht. Unsere beiden Lehrerinnen leisten während diesem Werftaufenthalt Erstaunliches.
Und heute Dienstag war der grosse Tag. Nach ungefähr zwei Jahren durfte unsere Salomon das ewig-salzige Wasser über die Slip verlassen. Mittels eines überdimensionalen Schlittens, der zuvor per Seilzug und kräftiger Winde auf Schienen zu Wasser gelassen wurde, wird die Salomon, nachdem das Schiff ausreichend abgestützt und vertäut wurde, wieder aus dem Wasser gezogen.
Unmengen an Algen und Muscheln bedecken den gesamten Unterwasserbereich. Sogleich werden Hochdruckreiniger aufgefahren. Der natürliche Bewuchs muss einem neuen Antifouling – anstrich weichen. Der ganze Slipvorgang spielte sich unter den neugierigen Blicken unserer Jugendlichen ab. Dieses doch nicht alltägliche Ereignis gab uns sogar Grund genug, den Schulunterricht zu unterbrechen! Gewisse Entscheide lassen sich einfacher mitteilen als andere….

Mittwoch. Ein ganz normaler Schultag. Am Morgen Schule, am Nachmittag dann obligaten Schulsport. Nach einheitlichem Aufwärmen durch Völkerball, schritten wir unter den heroischen Klängen der imaginären Nationalhymne zum Turnierspiel in das ebenso imaginäre Stadion.
Spannende Zweikämpfe, schnelles Dribbling, scharfe Schüsse…. so einfach ist Fussball. Böse Zungen behaupten sogar, wenn Fussballspielen anspruchsvoll wäre, würde es Helikopterfliegen heissen. Einige sind jedenfalls froh, dass der Wirbel um die WM vorüber ist, und man sich den wirklich wichtigen Dingen wieder zuwenden kann.

Auch der Donnerstag verlief in den für ihn vorgesehenen Bahnen. Schule, Schule, Schule…

Auch diesen Freitag heizten wir unseren Grillöfen wieder mächtig ein. Nach der allwöchentlichen WoRüBli- Sitzung (an der wir die Jungs reflektieren und bewerten) setzten auch wir Erwachsenen gerne an den reich gedeckten Tisch. Beim gemeinsamen Tischgespräch und den persönlichen Auswertungsgesprächen ging ein typisch warmer Sommerabend zu Ende. Es reichte gerade noch, abzuwaschen und die Küche in Ordnung zu bringen. Anschliessend ab aufs Zimmer und um 22 Uhr Nachtruhe.

Samstag ist Putztag!! Im Werftheim macht das noch mehr Spass, weil die Jungs sich weniger auf den Füssen rumtreten. Weil es keinen Maschinenraum zu putzen, wein Messing zu polieren, kein Dinghi zu warten und kein Kabelgatt aufzuräumen gibt, geht der ganze Putz innerhalb von zwei Stunden über die Bühne. Anschliessend geniessen die Jungs ihre Freizeit. Ausnahmsweise erlaube ich ihnen ihre Zimmer aufzusuchen. So verteilt sich die Gruppe gleichmässig im und ums Haus. Am Abend denn der Film „Men of Honor“

Heute gedenke ich mit einigen interessierten Jugendlichen die ersten Flüge mit unserem RC-Flieger durchzuführen. Mittels einem zusätzliche Sender können die Jugendlichen das Steuern eines solchen Modells erlernen, ohne dem Risiko, gleich einen Totalschaden anzurichten. Geht etwas schief, kann der „Lehrer“ die Steuerung des Modells per Kippschalter übernehmen und nach der Korrektur wieder übergeben. Unglaublich aber wahr, einigen Jungs trieb es den Schweiss aus den Poren, und leicht zittrige Hände waren das Resultat. Die meisten Jugendliche, die dabei Waren, als wir mit dem Bau des Fliegers begannen, sind nicht mehr bei uns auf dem Schiff. Diejenigen, die jetzt damit das Fliegen lernen, waren allerdings bei der Fertigstellung dabei. Das Wissen um die vielen Arbeitsstunden lassen den Ein- oder Andern schweissige Hände kriegen…
mm


Wochenbericht erste Woche auf der Werft
“Gespannt sehen wir der nächsten Woche entgegen, die uns ganz bestimmt einige Überraschungen und viel Neues bringen wird.”
Erinnern sie sich an den Schlusssatz des letzten Wochenberichts? Während ich diese Zeilen schreibe, befinden wir uns bereits in der zweiten Wochenhälfte. Es ist später Abend und wieder ruhig im Werftgebäude. Die Jungs schlafen – so wie es sich gehört.
Das war gestern nicht so. Morgens um zwei wurde ich von Jonathan geweckt, der beim nächtlichen Kontrollgang feststellte, dass drei unserer Schutzbefohlenen nicht in ihren Betten lagen.
Sofort war ich hellwach. Das gibts doch nicht. Sind die ausgerissen? Unglaublich. Es sind doch kaum drei Tage her, dass die Jungs voller Vorfreude von den engen, zum Teil auch stickigen Kojen, in die geräumigen Zimmer des Werftgebäudes umsiedeln durften.
Kann es sein, dass einige Jungs die Vorteile, die das Bewohnen dieses Werftgebäudes mit sich bringt, bereits nicht mehr zu schätzen wissen, und die einfachsten Regeln in so fataler Weise missachten?
Nun sitzen wir im Auto und versuchen mit unseren Augen die Dunkelheit der neben uns vorbeiziehenden Nebengässchen und Winkel zu durchdringen. Elsfleth in der Nacht der deutschen WM-Niederlage. In den Gesichtern der Nachtschwärmer lässt sich die Enttäuschung der Niederlage ziemlich deutlich erkennen. So löst meine Frage nach den Vermissten meist Stirnrunzeln aus.- “Keine Ahnung.”
Doch die Wasserschutzpolizei hat, wie es scheint, eine Ahnung. Schon in der Nacht auf Dienstag drehten sie ihre Kontrollrunden auf der Unterweser. Einige Strolche hätten Motorboote entwendet und anschliessend im nahegelegnen Brake randaliert.
Verärgert, aber auch erstaunt stellte ich fest, dass es wohl naheliegend war, die Kadetten des schweizer Jugendschiffes zu verdächtigen. Skeptisch lauschte ich dem Telephongespräch zwischen dem zuständigen Beamten und Urs.
…”Nein, wir vermissen keine Jungs”… “Wo? In Brake?” …”Um welche Zeit?” … “Nein, die Beschreibung passt nicht”…”auch von der Zeit her kaum möglich”…
Anscheinend befinden sich die Unholde immer noch auf freiem Fuss, denke ich, und sehe dem langsam vorbeituckernden Polizeiboot hinterher.
Aber wo sind denn unsere Jungs? So ein Unsinn! Ich bin wütend. Das ist doch wohl der Gipfel der Frechheit!
Inzwischen ist Sonntagabend und ich schreibe diesen Bericht zu Ende. K.W. und A.F. wurden uns noch in der selben Nacht von der örtlichen Polizei zugeführt. T.Pf. ist immer noch nicht aufgegriffen worden. Wie sich herausstellte haben wir unsere Jungs ungerechtfertigter Weise bei der Wasserschutzpolizei verteidigt. Es waren ein- und dieselben Jungs. Unsere Jungs!
Seither schlafen die beiden Bengel auf dem Schiff und werden über Nacht eingeschlossen. Sie haben sich sämtliche Privilegien eigenhändig zerstört. Ihr Alltag ist seither von Sport, Fron- und Schreibarbeiten geprägt. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Jungs sich wieder vorbehaltlos in den Alltag eingliedern können.
Neben den sehr unerfreulichen Geschehnissen diese Woche, gab es durchaus auch Positives! Die Schule ist nach einigen Anlaufschwierigkeiten nun so richtig ins Rollen gekommen. Unsere Kadetten, von denen einige als ausgeprägte Schulverweigerer galten, haben sich auf das Unvermeidliche eingelassen. Doch bedurfte es auch hier des ein- oder anderen ernsten Wortes.
Urs , Fredin und David, der uns bei den technischen Arbeiten unterstützt, haben seit unserer Ankunft bereits viele Arbeiten erledigt. Anfang dieser Woche, so hoffen wir, werden wir unsere Salomon aufs Trockendock nehmen können.
Und nicht zuletzt sei hier der achtzehnte Geburtstag von M.R. von gestern erwähnt! Congratulation!
mm

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