You are currently browsing the category archive for the ‘Kanaren 2011’ category.


Montag, 24.10.2011

Die neue Woche starten wir mit einem Ankermanöver: Wegen stärkerem Wellengang wechseln wir unseren Ankerplatz und motoren ums “Eck”, in die Nähe einer Zementfabrik.
Nach dem Ankermanöver geht es für YO, GF, AG und FZ mit Arbeitstraining los. Es werden neue “Katzen” gemacht – das sind eine Art Wollknäuel, die die Segel vor Reibung an den Seilen schützen. Der Achteraufbau wird weiter entrostet und gestrichen, und die Lüftung montiert. JB, AT, TE, MS, LR, HÜ und DS besuchen bei Cla den Nothelferkurs.
Alle Jungs ziehen sich kurz um, ziehen ein frisches T-shirt an, waschen sich die Hände und setzen sich hungrig an den Tisch. Trotzdem wissen sie sich zurück zu halten und warten, bis alle am Tisch geschöpft haben. Ca. 20 Minuten später sind wir fertig, das Essen wird beendet, und die Jungs haben 20 Minuten Zeit, ihre Ämtlis zu erledigen. Dies machen sie meistens gut und recht zackig. Diejenigen, die fertig sind, haben die Wahl zwischen Einstehen oder den anderen helfen. Um ca. 13h ist alles erledigt, und die Jungs gehen in die wohlverdiente Mittagspause. Die meisten ruhen sich in ihren Kojen aus, ein paar spielen Monopoly oder machen am Asterix und Obelix Puzzle weiter.
Um 14h müssen die Jungs wieder selbständig für die jeweiligen Aufgaben bereit sein: Sie machen sich zufrieden an die Arbeit oder sitzen aufnahmebereit in den Nothelferkurs.
DS, LR und ich räumen in der Küche auf und vermachen ein paar Schürzen der Arbeitstrainings-Crew, die sie gut gebrauchen können.
Zum Abendessen gibt es leckere Omeletten – ein richtiges Festessen zum Auftakt der Woche!
Am Abend spielen FZ, DS, MS, Cla und ich Bohnanza. FZ vermisst PH enorm, da er nun niemand hat, mit dem er Allianzen eingehen kann. JB übt Gitarre, LR, YO, AG, AT, HÜ und TE lesen gemütlich in ihren Zimmern und GF zeichnet in seiner Koje.
Langsam neigt sich der Tag zu Ende und die Jungs räumen das Feld friedlich und verziehen sich um 21h in ihren Kojen. Dort finden gute Gespräche zwischen uns Erwachsenen und ihnen statt über den Tag, über Beziehungen, über Autos, Musik etc.

Dienstag, 25.10.2011
Während ich mit FZ mit unserem Mietauto ins Spital nach Las Palmas fahre, um seine Zehe zum letzten Mal vorzuzeigen, arbeiten die anderen fleissig weiter oder setzen sich weiter mit 1. Hilfe auseinander.
Am Nachmittag ankern wir wieder um, da sich der Wind gelegt hat, und die Wellen nicht mehr in die Bucht von Arguineguin rollen. Dieser Platz ist geeigneter, da er näher an Land ist.
Es ist heute ziemlich warm, so dass am Ende des Arbeitstages alle ziemlich müde sind.
Doch das bevorstehende Abschlussessen von LR an Land beflügelt die Jungs wieder mit neuen Kräften, ziehen ihre Uniformen an und machen sich schick für den gemeinsamen Ausgang. Wir haben einen grossen Tisch in einem Restaurant mit Blick aufs Meer reserviert, das sinnigerweise “Ristorante-Pizzeria Ciao” heisst. LR freut sich, dass wir auswärts essen gehen. Seine Vorfreude auf die Schweiz ist sehr gross, und er zählt die Stunden bis es soweit ist.

Mittwoch, 26.10.2011
Um 10h kommen Joni (Jonathan Reist) und JC an Bord. JC kommt wegen Schwierigkeiten in der Schweiz nochmals für acht Wochen aufs Schiff. Wir hoffen sehr und sind zuversichtlich, dass er sich in dieser Zeit das nötige Rüstzeug aneignen kann, das ihm für eine erfolgreiche Rückkehr in die Schweiz noch gefehlt hat.
Um 13:20h machen wir wieder ein Einstehen: LR wird das Schiff nach 40 erfüllten Wochen verlassen. Er hat sich positiv verändert: Von einem in sich gekehrten ist er zu einem offeneren und lebensfroheren Jungen geworden, der sich für seine Rückkehr viel vorgenommen hat. Er war Schoner-Vormann und am Schluss war er noch einige Wochen als Smutje tätig.
Cla verleiht LR und YO den bestandenen Nothelferausweis, den sie mit Stolz entgegen nehmen.
Manuel richtet zum Schluss noch ein paar Abschlussworte an alle, bevor er offiziell die pädagogische Leitung an Jonathan Reist übergibt.
Nachdem LR und Manuel abgefahren sind, geht es bei uns mit dem üblichen Mittwoch-Nachmittagprogramm weiter: Alle Jungs, ausser TE und MM, gehen an Land und spielen bei grosser Hitze Fussball. Es ist immer wieder toll zu beobachten, wie sich die meisten von ihnen voll ins Zeug legen und dem runden Leder hinterher rennen. Wir spendieren ihnen wegen ihres guten Einsatzes eine Runde Eis. Anschliessend gehen wir aufs Schiff zurück, wo baden angesagt ist. Beim Baden gibt es immer wieder kleinere Konflikte, wenn sich zum Beispiel zwei “täuchle” und die Grenzen nicht kennen. Am Abend haben wir alle an einem Tisch Platz, da DS, HÜ, FZ und AT mit Joni im Ausgang sind.
Wir geniessen die schöne Abendsonne – ab und zu plätschert eine Welle ans Schiff. Die Jungs geniessen den Feierabend. JC bringt seine Kleider zum Beschriften und AG hilft uns dabei.
Müde und zufrieden sinken die Jungs um 21:30h ins Bett. Um 22:00h sind die meisten schon am Schlafen.

Donnerstag, 27.10.11
Aufgrund seines besseren Verhaltens, beschliessen wir Heute, MM wieder mehr Privilegien zu geben. Schnell zeigt sich, dass er sich wieder Mühe geben will. Er Arbeitet gut mit. Wir hoffen das hält an.
YO, AG, FZ, JC und MM arbeiten weiter am Schiff. TE, MS, HÜ und JB lernen weiterhin 1. Hilfe. DS, AT und GF gehen mit Joni einen Gross-Einkauf machen. Sie kaufen 12 “Wägeli” voll Ware. Die Spar-Leitung ist natürlich hoch erfreut und zeigt sich sehr dienstleistungsbereit: Der Lieferservice ist organisiert, wir kriegen Früchte, Rucksäcke und T-shirts geschenkt.
Die grosse Arbeit der Küche liegt im Verräumen der eingekauften Ware: Alles muss an seinen Platz verstaut werden und zwar so, dass sie während der Überfahrt sicher platziert ist. Die drei Jungs und Joni brauchen dafür zweieinhalb Stunden und sind danach fix und fertig.
Nach den erledigten Arbeiten erleben wir einen gemütlichen und friedlichen Abend zusammen.

Freitag, 28.10.11
Sowohl im Arbeitstraining als auch in der Schule wird die intensive Woche gut und sauber abgeschlossen.
Während wir Erwachsene von 15:00h bis 16:30h die Wochenrückblicke der Jungs besprechen, bereitet DS mit Unterstützung von GF den Grillabend vor. MM darf als Grillmeister mit dabei sein.
Wir freuen uns, dass nur zwei die Woche nicht erfüllt haben. Es gibt Musik, viel Fleisch, einen herrlichen Sonnenuntergang und gute Laune. Wir geniessen das Zusammensein mit den Jungs, das Lachen und die guten Gespräche mit ihnen.
Danach gibt es dreiviertel Stunden Arbeit, bis alles wieder aufgeräumt ist. So bleibt nicht mehr viel Zeit bis zum ins Bett Gehen und einen schönen Tag Revue passieren lassen.

Samstag, 29.10.11
Der Samstag ist geprägt vom Putzen: Jedes Mal braucht es von den Jungs eine gewisse Überwindung, einmal pro Woche gründlich zu putzen. Sie machen es jedoch schon recht gut, und das Gefühl danach ist immer ein gutes: Zusammen haben sie das Schiff gereinigt und geputzt.
Am Nachmittag dürfen diejenigen, die wollen, Fussball spielen gehen. Die anderen baden fröhlich und geniessen das kühle Nass.
Am Abend bäckt AG ein Zopfbrot für morgen Sonntag. Der Film heute heisst “Rush Hour 1″ – die Jungs mögen solche Filme besonders gut.
Als sich die Jungs aufs Ohr legen, stellen wir wieder einmal mehr fest, dass wir im Moment so richtig gute und tolle Jungs an Bord haben, mit denen es richtig gehend Freude macht, zusammen unterwegs zu sein.

Sonntag, 30.10.11
Um 10h ist das Wasser um die Salomon noch ziemlich flach. Die Sonnenstrahlen wärmen das Gesicht und zaubern einem ein Lächeln aufs Gesicht. GF und DS bereiten den Brunch vor, den wir um 10:30h beginnen.
Nach einem Vorglühen von Fredi haben die Jungs zuerst eine offizielle Mittagspause. Um 13:30h geht es dann weiter: Diejenigen, die Fussball spielen wollten, können an Land, und die anderen Jungs können hier bleiben. Wir waren alle etwas überrascht, als ausser GF niemand an Land kommen wollte. So gibt es hier an Bord: Bade- und Plantschplausch, Tauchen mit und ohne Schwimmbrille, Musikhören, “Chillen” und Spielen.
Am Abend gehen YO, HÜ, GF und FZ in den Ausgang und kommen ein paar Stunden später gut gelaunt zurück. Ein paar der “Zurück Gebliebenen” machen an Bord Verstecken – im Moment ein beliebtes Spiel. Nachher spielen wir nochmals eine Runde Bohnanza, und dann ist es auch schon Zeit, ins Bett zu gehen.
Die Ausgänger kommen gut gelaunt zurück. Wir sind es auch und blicken auf eine gute Woche zurück. Doch auf einmal kommt FZ nach hinten und meldet, dass vier Jungs auf der Toilette geraucht haben. Joni und Patrick ordnen sofort ein Einstehen an und fragen alle Jungs, wer sonst noch daran oder davon gewusst hat. Es bleibt bei denen vier, die dafür die Konsequenzen zu tragen haben. Trotzdem können wir sagen, dass wir nach wie vor eine gute Stimmung an Bord haben. Wir freuen uns auf die baldige Überfahrt auf die Kapverden.
Madeleine Laffer

Diese Woche war Wettermässig meistens sommermässig was uns bei den Malerarbeiten sehr unterstützte. Der hintere Aufbau, Achtersalon genannt, wurde auf einer Seite fast ganz neu gemacht und erscheint nun auch wie aus der Schachtel. Dabei tat sich besonders HÜ sehr hervor, der sogar freiwillig auf das Freizeitangebot am Samstag verzichtete, um den letzten Anstrich zu machen.
Cla erteilte wieder Lektionen für den Nothelfer für alle die noch nicht so lange an Bord sind. Drei konnten die Prüfung am Freitag Nachmittag machen. Diese drei waren es auch die fast die ganze Woche arbeiteten während die andern sich in der Schule sahen und für’s Leben, bzw. den möglichen Führerausweis lernten. Am Mittwoch wurde nur am Morgen gearbeitet und auch der Unterricht setzte am Nachmittag zugunsten der sportlichen Landaktivitäten aus. Diese Zeit nutzte ich um bei den beiden Generatoren einen Service zu machen. Im Maschinenraum fehlt es mir ein wenig an „Übersicht” , so war ich froh um die Hilfe.
Am Donnerstag verliessen wir Las Palmas und fuhren in den Süden nach Arginegin. 16:30h Bordzeit waren wir vor Anker und die Jungs konnten Baden für eine Stunde, was sie sehr genossen.
Der Freitag war mit einem schönen Wochenabschlussgrillieren gekrönt. Madeleine und Fredi waren in Las Palmas Einkaufen und seither haben wir einen neuen Grill.
Das Wochenende war dann geprägt von putzen an Bord und Fussballspielen in Arguinegin. Gemeinsames Eisessen hat es schon lange nicht mehr gegeben. Um so höher war der Genuss, wie man unschwer an den Wonnegesichtern ablesen konnte.
Der Sonntag unterschied sich insbesondere dadurch von vergangenen Sonntagen, weil wir alle an Bord blieben. Nur wegen drei Jungs, die an Land Fussball spielen wollten, lohnte es sich nicht. Im Gegenzug eröffnete der bordeigene Barbier seinen Salon und bediente ganze fünf Kunden!! Und wie lässt sich der Rest des Sonntags beschreiben? Am beste mit baden, baden, baden!

Wir starten den Tag mit Joggen – DS ist der Schnellste, gefolgt von YO und LR. Auch JB, AT und HÜ geben ihr Bestes und zeigen Wettkampfgeist.
Anschliessend gibt es Frühstück: Unsere Platz, an dem wir liegen, ist so richtig abwechslungsreich: Da wir neben der Tankstelle liegen, fahren viele grosse und kleine Segel- und Motorschiffe vorbei. Aus aller Welt. GF freut sich besonders, als er ein Segelschiff aus seinem Heimatland Brasilien sieht.
Nach einer ausgedehnten Befindlichkeitsrunde geht es an den Samstagsputz. Nach zwei Stunden sieht das Schiff wieder tiptop aus.
Cla und ich gehen am Nachmittag mit einigen Jungs an den Strand. Sie geniessen es, ins Wasser zu hüpfen, die Leute zu beobachten, miteinander im Wasser zu kämpfen und Strandfussball zu spielen. Im Unterschied zum letzten Mittwoch halten sich heute die Jungs an die Regeln und es herrscht eine gute Stimmung.
LR, HÜ, FZ und DS gehen mit ihren Bezugspersonen Fredi und Patrick Kleider einkaufen und zeigen anschliessend stolz ihre neuen Errungenschaften.

Montag, 10. Oktober 2011
Kling, kling! Um 08:00h stehen die Jungs ein, und die neue Woche beginnt für sie mit Morgensport. Da wir wie jeden Montag Teamsitzung haben, leitet ein Jugendlicher jeweils das morgendliche fit Werden. Diesmal übernimmt es YO. Die Jungs dürfen an die Mole und absolvieren ein “12-Minüteler”. Danach können sie im Hafen-Duschbereich duschen – ein besonderes Privileg, mal länger als nur eine halbe Minute warm duschen zu dürfen!
Nach der Bekanntgabe der Beschlüsse unserer Teamsitzung geht’s los mit Arbeitstraining: Es stehen verschiedene Reparaturen auf dem Schiff an, die in Angriff genommen werden müssen. Die Jungs hämmern, schleifen, streichen und reparieren fleissig.
DS, LR und ich tätigen einen mittelgrossen Einkauf im Kaufhaus “Carrefour”. Die beiden machen grosse Augen, als sie eine Angestellte auf Rollschuhen im Laden herum sausen sehen. Bis wir alle Lebensmittel in unseren Einkaufswagen gepackt haben, vergehen 1,5h wie im Fluge.
Besonders erwähnenswert hier an der Mole ist “Don Pedro” – der Schiffstankstellen-Chef: Über ihn können wir Milch, Brot oder ein Taxi bestellen, erhalten alle nötigen Informationen über Las Palmas oder man kann mit ihm einfach mal einen unterhaltsamen Schwatz halten. Eigentlich ein Tante Emma-Laden und ein Tourist Office in einem.

Dienstag, 11. Oktober 2011
Am Vormittag hat FZ wieder ein “Zehen-Termin” im städtischen Krankenhaus Santa Catalina. Wir sind dort schon bekannt und werden jedes Mal sehr zuvorkommend behandelt. FZ lässt den zuständigen Arzt trotz grosser Schmerzen bereitwillig seine Zehe untersuchen. Das geht zack, zack und schon stehen wir wieder auf der Strasse und winken einem Taxi. Richtig unkompliziert, wie das hier mit den Taxis läuft: Einfach an den Strassenstand stehen und einem vorbei fahrenden Taxi winken. Länger als fünf Minuten muss man selten warten. Und günstig sind sie auch noch: Für eine 15minütige Taxifahrt bezahlt man nur 6 Euros.
Unsere Duvets und Kissen haben nach einem Jahr wieder mal eine Wäsche nötig. Deshalb packen YO und ich alle 28 Duvets und 22 Kissen in Säcke und fahren mit zwei Taxis zum Carrefour. Dort beladen wir damit vier Einkaufswagen und steuern Richtung Eingang. Wir werden von den Passanten belustigt, aber auch etwas fragend angeguckt, und der Kaufhaus-Türsteher fragt nach, was wir denn genau vorhaben. Als ich ihm erkläre, dass wir zur Wäscherei wollen, winkt er uns durch. Die Frau von der Wäscherei macht ebenfalls grosse Augen, als wir bei ihr ankommen. Nun besteht definitiv Erklärungsbedarf. Danach gibt sie uns Rabatt. Auch gut!
Am Nachmittag geht es für alle mit Arbeitstraining weiter. Heute dauert es bis 18h, bis alles wieder verräumt, und das Deck gereinigt ist. Für GF und YO heisst es danach “let’s go shopping” ins nahe gelegene Einkaufscenter, das bis 22h offen hat. Sie steuern schnurgerade in den Laden “Jack and Jones” und dürfen sich dort mit ein paar neuen Kleidern eindecken. Für beide ist es seit langem wieder das erste Mal, in einem solchen Laden zu stehen. Dementsprechend begeistert sind sie – als wäre Weihnachten. Und das beste zum Schluss: Die Küche hat uns von den heiss geliebten Dampfnudeln aufgehoben, die wir nach unserem kurzen Shopping-Ausflug genüsslich verzehren.

Mittwoch, 12. Oktober 2011
Wir frühstücken in Uniform, da wir jeden Moment Cla und JB – ein neuer Junge – erwarten. Um 10.30h ist es soweit und wir begrüssen den “Neuen” und Cla mit einem Einstehen. Patrick und Manuel wenden sich mit ein paar kurzen, aber herzlichen Worten an unser neues Crewmitglied. JB lässt dies aber unbeeindruckt, und es ist ihm anzusehen, dass es ihm gar nicht behagt, an Bord gekommen zu sein.
Nach dem Einstehen fahren wir mit dem Arbeitstraining fort. Trotz grosser Hitze (33 Grad!) machen die Jungs sehr gut mit.
Nach der Siesta geht’s um 14h auf an den Strand. Die Jungs freuen sich, sich im kühlen Nass auszutoben. Sie sitzen am Steg und schauen dem bunten Treiben zu.

Donnerstag, 13. Oktober 2011
Am Vormittag nimmt Cla den Nothelferunterricht auf und unterrichtet die älteren Jungs (LR, YO, AG, MM und GF) darin. Die anderen Jungs streichen und entrosten weiter, und FZ muss zwecks Untersuchung seiner Zehe ins Spital.
Manuel und ich räumen sämtliches Schulmaterial aus und entmisten mal so richtig, damit die neue Lehrkraft, die im November kommen wird, einen guten Start hat. Wir füllen tatsächlich 4 ganze 120-Liter-Säcke mit altem Material und staunen, was so alles in einer einzigen Koje Platz hat!

Freitag, 14. Oktober 2011
Das Smutje-Team bereitet eine leckere Lasagne vor und düst nachher in den Carrefour ab. Wir setzen uns das Ziel, unsere Einkäufe innerhalb einer Stunde zu tätigen. Das grenzt schon an einer mittleren Herausforderung, da – wie schon erwähnt – dieses Einkaufszentrum riesig ist. Wir schaffen es nicht ganz, doch sind wir mit fünfviertel Stunden für volle 4 Einkaufswagen nicht schlecht!
Anschliessend ziehen wir uns zur Sitzung zurück und besprechen die Wochenrückblicke. Während dessen bereiten die Jungs selbständig das Grillieren vor: DS und LR in der Küche und TE bestreicht die Fleischstücke mit Marinade.
Als wir den Grill anwerfen, fragen wir zur Sicherheit noch beim Don Pedro nach, ob wir das überhaupt dürfen im Hafen: Einerseits wegen den Nachbarsschiffen, andererseits wegen der Tankstelle. Eine Explosion wäre schliesslich nicht gerade wünschenswert.
Alle sind ziemlich aufgedreht und aufgeregt, da JVC in der Nacht in der Begleitung von Elu an Bord kommen wird.
Um 21h beginnt die Molenwache, die die Jungs im Allgemeinen diszipliniert und zuverlässig durchführen. Sie wissen es zu schätzen, dass wir so lange an der Mole liegen und benehmen sich dementsprechend vorbildlich.

Samstag, 15. Oktober 2011
Am späteren Nachmittag kehren die Jungs zufrieden und ausgetobt zurück und freuen sich auf den Film am Abend.

JVC ist ziemlich aufgedreht, provoziert und lässt sich provozieren. Er tigert nervös auf dem Schiff herum, geht immer wieder zu MM aufs Vordeck und wechselt heute zum xten mal die Kleider. Auf einmal klingelt Manuel zum Einstehen: “Salomon Crew, richten! Durchnummerieren!” ” …11, Schluss”, ruft TE. Es ist offensichtlich: MM und JVC sind nicht mehr da. Manuel schickt alle los, das Schiff nach ihnen beiden abzusuchen. Leider vergebens. Somit machten Fredi und ich uns gleich auf den Weg zur Polizei und geben eine Vermisstmeldung auf.

Sonntag, 16. Oktober 2011
Um weitere Nachahmerfälle zu vermeiden, legen wir ab und gehen vor Anker.
Als wir ablegen, haben wir viele Zuschauer. FZ fährt mit dem Dingi vor und weist die kleinen Segelboote an, Platz zu machen. Das macht ihm sichtlich Spass! Wir gehen vor dem Hafen vor Anker und erleben einen ruhigen und friedlichen Sonntagnachmittag. Landgang gibt es heute nicht, sondern das übliche Programm: Musikhören, Spielen, Baden und Telefonieren.
Am Abend gehen YO, DS, LR und FZ zusammen in den Ausgang und kehren gut gelaunt zurück.
Wir schauen auf eine bewegte, spannende, aber auch eine gute Woche zurück, in der wir den Jungs viel Wichtiges lehren konnten. Wir sind sehr bemüht und zuversichtlich, dass MM und JVC bald gefunden werden, und sie sich wieder in die Crew integrieren können.

Madeleine Laffer

Nachtrag: JVC ist heute, 17. Oktober 11 wieder auf dem Schiff angekommen.
MM ist ebenfalls seit dem 19. Oktober 11 wieder zurück.


Sonntag, 02. Oktober 2011
Herzlichen Glückwunsch, F.Z. zum 16. Geburtstag!
Als wir aufstehen und ausgeruht brunchen, lacht uns die Sonne ins Gesicht und erwärmt unser Gemüt.
Wir nützen den schönen Tag und gehen an Land. Dort mieten wir Fahrräder und auf geht’s an den Playa de las Conchas – an den „Muschelstrand“. Der Weg wird immer unwegsamer, so dass wir die Bikes stossen müssen, bis wir wieder auf einen breiteren Weg kommen. Die Landschaft ist von beeindruckender Schönheit: Sand, trockene rötliche Erde, karge Hügel, ab und zu Palmen und im Hintergrund das tiefblaue Meer.
Als wir verschwitzt an unserem Ziel ankommen, stürzen sich die Jungs freudig ins Wasser und baden vergnügt in den Wellen.
Nach ca. 2h Stunden machen wir uns auf den Rückweg. Am Ausgangsort angekommen, geben wir unsere Bikes ab und gehen eine Pizza essen. F.Z. darf anschliessend zur Feier des Tages mit Joni essen gehen.
Die anderen kehren zufrieden zum Schiff zurück und lassen den Sonntag gemütlich ausklingen.

Montag, 3. 10. 2011
Nach dem ersten, heissen kanarischen Wochenende, an dem wir die Bordzeit um eine Stunde zurückstellten (womit der Unterschied bei uns zur Schweiz zwei Stunden zurück liegt) war es wie jede Woche der Montag mit dem wir auch diese Woche starteten. Ich muss betonen, dass es sich um eine Arbeitswoche handelt. Wenn man an Deck steht und sich umschaut, präsentiert sich eine traumhafte Umgebung, welche man normalerweise nur im Urlaub sieht. Genau das aber ist nicht der Fall und mitunter muss man sich hier eben dieses Umstandes immer wieder neu bewusst werden. Zugegeben, es gibt noch ca. 13 Jungendliche hier, die einem auch immer wieder in die Realität zurückholen, sollte man geistig in den Urlaub abdriften. Eine echte Gefahr besteht also nicht.
In der Arbeitswelt auf dem Deck wurde einiges von letzter Woche zu Ende gebracht und anders neu angefangen im Bereich malen und konservieren der Aufbauten. Zurzeit ist besonders der Achtersalon das Hauptaugenmerk. Augenscheinlich ist auch das er immer schöner wird. Auch an den beiden Vorderen Gaffelsegeln, (sind jene, die in Längsrichtung zur Schiffsachse stehen) wurden kleinere aber wichtige Verbesserungen herbeigeführt.
Unterdessen waren auch die rein pädagogischen Arbeiten nicht unter den Tisch gefallen. Es wurden zwei Standortgespräche geführt, was nicht immer einfach ist, wenn vor der Türe die Handwerker am Handwerken sind und das nicht mit Samt-, sondern mit Lederhandschuhen und lauten Handmaschinen.
Am Morgen musste man nicht nur auf den Wind acht geben, sondern ebenso auf die Regentropfen, die Zeitweise an Deck landeten. Das galt besonders für die Malertruppe. Das warme Klima trocknete glücklicherweise schnell, was Feucht geworden war.
Dann gab es noch eine dritte Abteilung – die der Autoren. Nicht für alle gehört „schreiben“ zu jenen Dingen, die sie in ihrem Hobby-Katalog aufzählen würden. Nichts desto trotz, machten sich alle vorherbestimmten an die Arbeit das schier „Unmögliche“ zu realisieren. Interessanter weise warteten einige mit einer besonderen Hitliste auf. Sie wussten genau, wie viele Wörter sie geschrieben hatten! Die Quantität schien sie besonders zu interessieren.

Dienstag, 4. 10. 2011
Es war nur ein kurzer Trip nach Gran Canaria, Las Palmas. Ein paar Wachen und schon ist es wieder vorbei. Es war schön in La Graciosa und manchmal tut der Abschied ein bisschen weh. Aber wir schafften das und die Jungs freuten sich sehr auf die Aussicht endlich wieder einmal eine Stadt vor Augen zu haben. Es konnte gar nicht schnell genug gehen, hatte man manchmal das Gefühl. 140 Seemeilen schaften wir locker in 24 Stunden.

Mittwoch, 5. 10. 2011
10:30 Uhr waren wir wieder am Ankern, die begehrte Stadt vor Augen und viele „zuständige“ Stellen am Funk, die alles besser wussten – nur Englisch war nicht so ihre Sache. Man ist halt Spanier.
Bei der Einfahrt entdeckten wir ein dreimastiges Segelschiff auf der andern Seite im Hafen. Da sie ihr AIS (Automatische Identifikations System) nicht nachgeführt hatten, konnte ich sehen, dass sie am 2 Oktober 10:00 Uhr angekommen sind und unter Segel fuhren. Das Schiff (eine Bark mit 2200m2, gegen unsere knapp 700m2) ist mit 90 Meter Länge und 12 Meter Breite doppelt so gross wie die Salomon. 1982 in Mexiko, für 275 Personen Besatzung gebaut und auf den (für mich jedenfalls unaussprechlichen) Namen Cuauhtémoc getauft, ist es das einzige Traditionssegelschiff Mexikos. Der Name stammt vom letzten Aztekischen Kaiser, den Hernan Cortez 1525 hängen liess. Er hat zwar nicht mehr davon aber sein Name ist nicht vergessen.
Kurz vor dem Mittagessen, kam Manuel nach ca. 3 Monaten wieder an Bord, wo wir ihn mit einem uniformierten Einstehen begrüssten. Nach dem Reis vom Casimir gab es einen Ruck durch den angestauten Wäscheberg. In nur 1 ½ Stunden war der Berg von Hand abgetragen. Bedenkt man, die Maschine hätte man fünf mal füllen müssen und jeweils ca. 1,5 Stunden warten, dann war das richtig Wirtschaftlich. Auf den ersten Eindruck, musste es für etliche Jungs eine erstaunliche Erfahrung gewesen sein, dass man Wäsche auch ohne Maschine waschen kann.
Die Waschmaschine wollten einige dennoch wenigstens als Schleuder benutzen – das war der letzte Akt bevor sie einen Techniker vom Werk verlangte. Ja, kaum zu glauben, die Maschine verweigerte einfach und wollte sich von uns nicht mehr in Gang bringen lassen. Stellt sich schon die Frage – hat die das von den Jungs gelernt?
Gegen 16:00 Uhr nahmen wir den Anker wieder hoch, um an der Mole bei und mit Don Pedro anzulegen. Diesmal hing auch nichts Am Anker was nicht da dran gehört, wenn man ihn hoch nimmt, was hier gar nicht so selbstverständlich ist, wie die Erfahrung der letzten Jahre zeigte. Don Pedro nahm sich höchstpersönlich die Zeit uns zu dirigieren und als wir das Manöver mit einem abschliessenden Einstehen und Begutachtung des Kapitäns beendeten, stand Don Pedro an der Mole und zeigte uns das Bild der Salomon mit Widmung, welches wir ihm das letzte mal geschenkt hatten. Er hatte es nicht einfach verstauben lassen, sondern war stolz darauf. Nicht an vielen Orten, haben wir so gute Freunde.
Da wir leider an der letzten Mole in Irland (es scheint schon wieder so lange her zu sein) eher Schlafraubende Erfahrungen machen mussten, wurden wir einig, eine Molenwache aufzuziehen, was leider wiederum eher Schlafraubend ist, aber sein muss.

Donnerstag, 6. 10. 2011
Die Nachtwachen, bis 0730h brachten etwas Verwirrung, da der Morgensport 07:00 Uhr begann und die Wache nicht recht wusste, was nun zählte. Zur Konfusion zählte auch der Faktor „missing Leader“. Der zuständige Leiter war nicht da. Sollte etwa das Tageprogram um eine halbe Stunde verschoben und vergessen worden sein, dies Mitzuteilen? Nichts davon war wahr. Die Wacheinteilung war etwas Fehlerhaft und der Zuständige für Morgensport hatte es vergessen. Glücklicherweise wusste Joni mal wieder Bescheid und übernahm. So war der Tagesbeginn gerettet.
Der Abend stand für den neuen Smutje ganz im Zeichen der Kochprüfung, zu deren Vorbereitung er den ganzen Tag Zeit hatte. Das gibt es nicht so oft, aber so oft es das gibt, sieht es im Achtersalon nach 5 Sterne Hotel aus. DS bestand die Prüfung mit viel Applaus und guten Noten.
Für die meisten andern bestand die Zeit zwischen Morgensport und Abendessen aus Kabinen ausräumen und reinigen bis in die hintersten Ritzen und der üblichen Tagesstruktur, mit Pausen, Essen, Ämtli, Gesprächen und Duschen in der Externen Anlage von Don Pedro.
Nebenbei konnten 6 Gasflaschen zum Kochen aufgefüllt werden.

Freitag, 7. 10. 2011
Der Freitag hatte auch diesmal recht wenig mit Frei zu tun, sondern zeichnete sich in den Bemühungen um einen guten Eindruck für den Wochenrückblich aus – wie meistens. Morgens und eine Stunde Nachmittags bis zum Wochenrückblick konnten wir etwas am Schiff arbeiten. Da wir am Steg Don Pedro‘s Tankstation liegen, konnten wir nur eingeschränkt mit Maschinen arbeiten. Handarbeit war gefragt und viel Beachtet worden.
Der Grillabend wurde zugunsten eines Auswärtsmahls abgesagt. Der Besuch beim „Chinesen“ hat schon Tradition hier in Las Palmas und beinhaltet mindestens einen Weg zu Fuss. Es war aber auch das Abschiedsessen für zwei Jungs die ihre Wochen erfüllt hatten und am Samstag wieder einmal in die Schweiz fliegen durften. Das Restaurant ist eines von vielen an der Standpromenade, an der das Leben spielt, die Touristen sich erfreuen und die Einheimischen Arbeit haben. Diesmal machte sich ein Künstler in 20 Tagen einen Park mit Figuren aus Sand. Dass wir, als recht auffällige Gruppe in unseren Uniformen, (werden immer wieder gefragt, wo wir herkommen und was wir seien) uns sein Werk so eingehend ansahen, lockte seinen ganzen Enthusiasmus aus der Reserve und seinen Freund oder Kollegen auch dazu. Er liess uns mitten in sein Reich treten und anerbot sich Fotos mit unseren Kameras zu schiessen, was er auch tat. Da die Sonne zu der Zeit langsam Müde wurde und sich zu verstecken begann, war das Bildergebnis umso ansprechender. Einmal bezahlen und essen soviel und solange wie man will, kommt bei den Jungs immer sehr gut an. Diesmal war es ein angenehmer Abend, da sie sich gut benahmen. Der Weg zurück zu Schiff war dagegen etwas aufwendiger, da die richtige Busstation erst gefunden werden musste. Fragen ist eine gute Möglichkeit Kontakte zu schliessen, aber auch listigen Touristenmüden auf den Leim zu gehen, wenn sie wieder besseren Wissens die falsche Richtung vorschlagen. Patrick kennt diese Tricks und weiss die Antworten zu filtern wie sich herausstellte.

Samstag, 8. 10. 2011
Das halbe Team hatte einen freien Tag, während die beiden übriggebliebenen den Tag schmeissen mussten. Samstagsputzt war wieder an der Reihe, was sich nach den andern relativ gründlichen Reinigungen nicht mehr als wirklich ausgedehnt erwies. Die restlichen Stunden bis zum Abendessen konnte man am Strand mit Fussballern verbringen. Der Abend hatte wieder sein obligates Filmprogramm mit einem interessanten Film über die Entstehung des Facebooks.

Sonntag, 9. 10. 2011
Die andere Teamhälfte war am Arbeiten und brachte den Drucker wieder zu drucken. Seit Donnerstag ging da nichts mehr, was etwas frustrierend war, da DS sein Smutje-Diplom nicht überreicht werden konnte bei der Gradierung. Die gestrige Hälfte des Teams konnte den heissen Sommertag in vollen Zügen geniessen.
Der Strand war auch heute wieder der bevorzugte Ort für ausgelassene Freizeitaktionen mit Manuel. Nur FZ musste seinen Fuss der Schonung wegen vom Fussballern fernhalten und Fredi half ihm dabei. Der Abend verlief ruhig, bis auf das Geräusch von FZ’s Ferngesteuertem Auto und der davonrennenden Katze. Schon vor 21:30 Uhr schliefen die meisten tief und fest.

Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.