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Montag, 12. 9. 2011
Wie schon Gestern konnten wir die Gewalt des Windes spüren, wenn Böen unvermittelt an das Schiff stiessen. Im Gegensatz zum Norden Irlands, wo der Sturm bis zu 20 Meter hohe Wellen bescherte, lagen wir ruhig vor Anker, wenn auch ein bisschen Nervös. Denn bei uns hing unser wohlergehen davon ab, ob der Anker hielt. Und er hielt. Da Patrick und Marcus wieder die ganze Nacht Ankerwache schoben, schob Joni und ich das Tagesprogramm, um ihnen etwas von der verdienten Ruhe zu gönnen. Das Gute an dem Südwind, war die wärmere Luft, welche wir sehr genossen. Es war meistens schon 17°C in den Kabinen.
Die „anstrengenden“ Freizeiten wurden nun durch ein neues Karten-Spiel aufgelockert. Da Anfangs die Spielregeln vom „Zugang verweigert“, noch nicht klar waren und es mehrere Möglichkeiten gab, das Spiel zu spielen, kamen die Spieler erst beim zweiten Versuch in Fahrt. Wer es begriff, fand es sehr spannend. Es kann jedoch auch recht lange dauern, da jeder nach seinen Möglichkeiten den andern zu schaffen machen kann. Wie es eben beim „Computer hacken“ so üblich ist. Mann muss den Kopf zusammen haben dabei. Schön finde ich die Möglichkeit, dass mehrere Spieler zusammenspannen können und sich gegenseitig unterstützen, nicht nur bekämpfen, was bei den meisten Spielen nicht wirklich geht.
Dienstag, 13. September 2011
Marcus stellte alle vor die Probe in der Schule, nachdem Patrick das Wettervorglühen beendete. Danach setzte er mit den meisten dem Unterricht noch eine Stunde drauf., bis Joni vom Einkauf zurückkam.
Patrick und Fredi machten das Kabelgatt sauber, wobei JCV, GF und FZ beteiligt waren und suchten nach der Ursache, warum das Achter-WC nicht immer von selber abläuft. Da muss doch wieder ein Schwimmerschalter den Dienst nicht richtig machen, oder doch nicht? Nein, nur die Leitung musste durchgespült werden und schon ging alles wieder seinen gewohnten Weg, nach dem betätigen der Spülung.
Mittwoch, 14. Sep. 2011
Die Jungs machten ihr Frühstück wieder separat, wie wir Erwachsenen auch, denn Mittwoch ist Teamfrühstück, wenn es möglich ist.
Gleich nach dem Vorglühen, machten Marcus und ich einen Lehrgang im Bodenaufnehmen und betonten die Wichtigkeit auch die Handläufe und Griffe richtig zu putzen. Anschliessend gingen alle in Uniform zum Fastfood-Mittagessen, bis auf Fabian und Patrick, welche die neuen Backskisten Lackierten und das Klüvernetzt ausbesserten.
Joni machte sich mit DS, Dm und LR an den Einkauf. Marcus und ich, mit dem Rest suchten einen Ort, wo man Dart und Billard spielen konnte. Fanden aber nur einen zum Billard spielen. Dart war erst ab 18 Jahren erlaubt. Vermutlich wegen der Haftung für Schäden, da sie mit richtigen Pfeilen spielten. Auf dem Weg konnte ich in einem Fotogeschäft zwei Linsenfilter kaufen.
Beim Geschäft mussten wir draussen warten, während drinnen der Einkauf mit Joni &Co. über die Bühne ging. Da AÜ zum zweiten mal Pfiff, als eine Frau vorbei ging, liess ich ihn 10 Liegestützen machen. Das durfte auch MS, weil er sich daneben benahm. Das half der Gruppe sich zu benehmen. Zwischendurch setzte ich mich ab, um ein Buchladen zu besuchen, den ich mit vier guten Büchern wieder verliess. Die Gruppe war in der Zeit mit Marcus am warten. Hätte jedoch gerne noch ein paar andere Bücher mitgenommen, was der chronische Platzmangel im Rucksack gekonnt verhinderte.
Der Ladenchef fuhr den Einkauf an die Mole, so dass niemand viel tragen musste, wie ursprünglich geplant. An Bord herrschte eine vorübergehende Unordnung, bis wieder alles an seinen Platz verstaut war. Das Abendessen konnte erst spät begonnen werden und verschob sich um etwa eine Stunde, was nicht mehr viel Spatzung für lange Ämtlizeit liess. Wir beschränkten uns auf das Wesentlichste, was wir uns auch wegen der langen Abwesenheit vom Schiff erlauben konnten. Es war ja niemand da, der viel Dreck verursachen konnte, bis auf Patrick und FZ.
Donnerstag, 15. September 2011
Patrick musste die drei Salomonfotos beim Hafenmeister abliefern, welche er und ein paar andere dringend bestellt hatten. Im Gegenzug bekamen wir vom Hafenmeister ein schönes Schild zum Aufhängen. Der Anker hielt uns im stärksten Wind im Lehmigen Boden. Nun kam die Rechnung, als wir den Anker hieven wollten. Er kam sozusagen nicht allein, sondern mit sehr viel Lehm dran, was abgespritzt werden musste. Dazu kam unsere Feuerabwehrspritze zum Einsatz. Auf die Dauer ist, dieses Reinigen der Kette anstrengend und fordert Konzentration. MM musste deswegen mal von MM abgelöst werden.
Wir machten uns mal wieder im Regen auf nach Casteltown Berehaven. So waren wir dem Ziel schon 3 Stunden näher und würden morgen schneller durch das sturmgeplagte Seegebiet sein. In Casteltonbere bekamen wir einen etwas seltsamen Hafenplatz an der Frontseite der Werftslipp für die Fischerboote. Der befreundete Lotse half uns beim Anlegen mit seinem Boot und wird uns auch morgen beim rausfahren behilflich sein, wenn es nötig sein sollte.
Es herrscht Aufbruchstimmung. Nach Ankunft wollten wir noch einmal in die Sporthalle, um sich etwas auszutoben, bevor wir nur noch auf dem Schiff sein können. Das verzögerte sich ein wenig, da unter den Jungs etwas nicht stimmt. Niemand wollte etwas Konkretes sagen, ausser der Erfahrung, welche auf einen Missstand hinweist. Irgendwas läuft da hinten durch, unter denen die bald nach Hause können, sagt mein Gefühl. Ich kann nur hoffen, dass es sich täuscht. Zum Abschluss gab es für jeden eine Pizza an Land. (Dann müssen wir nicht selber Abwaschen!
)
Allein an Bord machte ich im Vorschiff Seeklar. Die Seeventlie und Seefilter des Salzwassersystems mussten kontrolliert und gegebenenfalls gefettet und gereinigt werden. Auch die Motorflüssigkeiten, sowie Getriebe und Hauptwellenlager bedurften einer Kontrolle. Es soll soweit möglich nichts in bedürftigem Zustand sein auf See.
Patrick befasst sich noch mal intensiv mit dem Wetter und seinen Aussichten, um nicht in unangenehme Überraschungen zu fahren.
Montag, 5. 9. 2011
Da wir gestern erst nach Mitternacht die Ankerwache aufgeben konnten, startete dieser Tag wieder eine Stunde später. Hauptthema war das Wetter, weil wir eigentlich heute losfahren wollten, dies Unterfangen jedoch schon letzte Woche verschieben mussten und nach den zur Zeit erhältlichen Prognosen sieht es auch für den Rest der Woche nicht so nach Wegfahren aus. Dies zwingt uns zu einem sehr Flexiblen Wochenprogramm und das ist nicht so leicht auf die Beine zu stellen.
Patrick bemühte sich sehr um einen besseren Ankergrund, was in einer kleinen Fahrt weiter in die Bantry-Bucht hinein mündete. Um 1130 Uhr begab ich mich in die Kombüse, um was in die Büxe zu kriegen. Das war nicht so schwierig, da es noch genug Rest zum Verwerten gab. Die Herausforderung lag in der Essenzeit, welche um zwei Stunden verschoben werden musste. Es klappte recht gut und alle wurden satt.
Die kleine Fahrt gab immerhin Gelegenheit zu etwas Segeltraining, was erstens nötig und zweitens des Wetters wegen eher nicht so schnell machbar sein wird.
Selbstständigkeit hat manchmal so seine Tücken, könnte man den nächsten Abschnitt überschreiben.
Die Jungs konnten heute mal beweisen, wie Selbstständig sie sein könnten, wenn sie wollten, indem sie ihre Ämtli’s ohne Aufsicht und Kontrolle machten. Kontrolliert hatte ich nichts, aber von weitem sah es ganz gut aus. Heimlich denke ich sogar, sie geniessen solche Übungen sogar.
Auch das Café Complet, als Abendessen, richtete die junge Küchenmannschaft selbstständig zu und bis auf eine Ausnahme nicht schlecht. Die Knoblauchzehen im Öl, wären nicht zum auftischen, sondern das Öl im Glas zum Kochen gedacht! Leider wusste, das einer der Helfer nicht. Joni hatte mal ein anderes Glas mit Knoblauch zu essen gekauft und das wurde wohl verwechselt. Joni kämpfte anschliessend den ganzen Abend mit einem seltsamen Geruch im Mund. Vermutlich probierte er sämtliche Geheimrezepte aus, welcher er habhaft wurde. Es ist zwar gemein, aber trotzdem hatte die Sache eine erheiternde Note.
Dienstag, 6. 9. 2011
Abwettern, nennt man das, was wir hier machen. Wir müssen warten, bis das zum Segeln untaugliche Wetter vorbei ist. Unser flexi-provisorisches Abwettern-Programm machte nicht allen Spass. Interessanter weise, bildete sich MS lieber weiter in Sachen Nautik mit dem Handbuch „Seemannschaft“, FZ spielte mit Joni, JC verzog sich zum lesen.
Patrick nutzte die Zeit für verschiedene Dinge, unter anderem auch zum Schlafen. Nicht verwunderlich, da er als Kapitän die ganze Nacht Wache schob, die er sich mit Marcus teilte. Teilweise waren auch andere dabei, als ca. 01:00Uhr ein Ankermanöver gemacht werden musste. Der Regen bei Windböen bis 50 Knoten gab dem ganzen einen Abenteuerlichen Hauch, den die Jungs besonders genossen. Manchmal kommt es mir seltsam vor, dass es ihnen nicht rau genug zugehen kann. Jedenfalls war es mir auch recht, da der Regen das Salz der Gischt wegspülte und Salz mag ich gar nicht im Schiff, ausser an erwärmten Essen im auf dem Teller. Feucht ist es überall, wo Salz dran ist und an der Schiffskonstruktion bedeutet das, ein besonders hervorragendes Klima, in dem Rost gerne arbeitet. Menschen machen in salzhaltigen Feuchtgebieten lieber Urlaub und lassen sich von der Sonne trocknen. Zum Beispiel auf den Kanaren oder auf Cape Verde, wo wir ja auch hinwollen. Schon seltsam sich immer vor Augen zu halten, dass wir dort arbeiten, wo andere Urlaub machen. Ist das nicht so etwas wie ein Traumjob? – Selbst beim Abwettern.
Die Abwaschcrew macht es immer wieder vor. Viele Köche verderben den Brei oder was auch immer in den Teller sollte. (Breigerichte sind an Bord nicht bei allen beliebt, wie sich beim Abendessen mal wieder heraus kristallisierte J. ) Durch ihre Uneinigkeit kommen sie nicht vorwärts und das Resultat bemüht dem Kontrolleur zu oft zu einem nichtabsichtlichen Augenzwinkern.
Da ich den Abenddienst von Marcus übernahm war ich von 08 bis 22:30h dran und war wohl ebenso Müde, wie die Jungs die sich lautlos in die Koje verzogen. Einige schliefen schon bevor ich ihnen eine gute Nacht wünschen konnte.
Mittwoch, 7. 9. 2011
Wie schon an den meisten vergangenen Mittwochen der letzten Jahre, machten wir auch diesmal ein Teamfrühstück mit anschliessendem Sitzungsteil mit dem Ziel den Tag aufs Gramm genau abzuwägen, so dass am Ende klar sein sollte, was jeder zu tun hatte.
Während dieser aufsichtsfreien Zeit übten sich die Jungs im Bereich „Selbstständiges Arbeiten“ mit dem Ziel, wenigstens ausreichend gute Resultate vorweisen zu können, sollte doch noch ein begutachtendes Auge daher kommen. TE hatte schon länger die Aufgabe, den Messingteilen auf der Steuerbordseite (rechts) zu helfen, den Glanz nicht zu verlieren. Auch die Fensterrahmen beim Achtersalon gehören dazu. Er tauchte also am Fenster auf und schaute auf die davor liegende Liste mit den Tagesnoten für die Ämtlis, Zimmerordnung, usw. Unser sitzen am Tisch, störte ihn dabei gar nicht. Da die Liste aus seinem Blickwinkel verkehrtherum da lag, ging ich hin und legte sie ihm so hin, dass er sie gut sehen konnte in der Annahme, er würde sich ertappt fühlen und sich seiner Arbeit zuwenden. Er stützte sich aber auf seinen Ellenbogen, drückte die Stirne an die Scheibe und studierte in aller Ruhe die Liste. Ich konnte mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ich mag den Lausebengel.
Noch vor dem Mittagessen durften alle an Land. Erst gegen 21:30h kamen sie wieder. Unterdessen wurden zwei Abwasserleitungen gereinigt und vom Schoner der Lümmelbeschlag gefettet. Was das ist? Hat nichts mit Deppen zu tun. Es ist ein gröberes Gelenk von horizontalen einem Segelbaum. Sind nur noch zwei davon zu machen.
Der Entsalzer lief mal wieder die ganze Nacht hindurch – absichtlich! Was den automatischen Start des Generators I, um 05.30 Uhr zur Folge hatte. Ich merkte mir die Zeit (bei solchen Geräuschen erwache ich immer) und machte ihn zwei Stunden später aus. Das darf man nicht zu früh machen, sonst startet der Generator nicht mehr von selbst. Dann könnten sich die Batterien zu stark entladen, was die Dinger schnell kaputt macht – und die kosten immerhin ca. 10‘000.- Euro. Immerhin oder?
Donnerstag, 8. 9. 2011
Mit GF holte ich Benzin fürs Dingi, während Patrick drei andere Stationen abklapperte. 11:18 Uhr waren wir wieder an Bord. Die folgenden Telefonate von Patrick brachten die Entscheidung, wir wollten hier bleiben, bis das Unwetter vorbei ist. Ein wichtiger Faktor war der blaue Schlepper uns gegenüber. Die Mannschaft legte uns ihre Bereitschaft dar, für den Notfall bereit zu sein und uns den Gefallen umsonst zu tun. Sie kamen zu einem Kaffe zu uns und wir durften zu einer Besichtigung bei ihnen an Bord. Prospekte angeboten zu bekommen, erwartete ich nicht von einem Schlepper. Das Schiff wurde 1994 gebaut und ist bis in den letzten Winkel sauber. Leider kann ich das von unserem Schiff nicht behaupten. Sie haben zwei Maschinen mit je 2500 KWh und einen Bugstrahler mit 300 KWh . Die beiden Generatoren leisten mit ihren je 200 Ah auch etwas mehr als unsere. Die Jungs waren sehr beeindruckt von Steuerraum. Besonders aber, dass in fast jedem Zimmer ein Radio und TV waren. Wir brachten die Jungs in vier Fuhren hin und zurück. Beim Zurückfahren regnete es, bis wir wieder an Bord waren. Es war ein schöner Besuch, beim Abschied mit der letzten Gruppe hatte ich den Eindruck, als würden wir uns schon lange kennen. Irgendwie war es herzlich.
Freitag, 9. 9. 2011
-Schule mit Marcus. Jedesmal eine neue Herausforderung für die meisten Schüler. Wenn man etwas weiss, ist das angenehm. Nur wenn man es erst noch lernen muss, ist das ein Grund zur Flucht – so sieht es zumindest von aussen aus. Zur Freude des Lehrers gibt es hier auch Schüler, welche die Notwendigkeit eingesehen haben und sogar gerne in den Unterricht gehen.
- Segel, besser schöngepackt. Da wir immer noch mit starken Windstössen rechnen, mussten die Segel besser gepackt werden. Der Wind soll gar nicht erst die Möglichkeit haben, die Segel aufzublasen wie einen Ballon. Wir banden sie so zu, dass das Ende in Windrichtung fest zugebunden ist.
-Joni’s Einkauf mit GF, JCV,MS. MS war die besondere Attraktion. Joni konnte gar nicht anders, als ihn dauernd im Auge zu haben, denn er war einfach überall im Weg und hatte ununterbrochen, gute Vorschläge, was man noch einkaufen sollte.
-Mittagessen: Teigwaren sin Carne. Da der Einkauf seltsamerweise länger dauerte als geplant, musste ich die Lebensmittelproduktionsstätte (sprich: Kombüse) entern. In der Hitze des Gefechts flogen Nudeln in heisse Wasser und Bohnen in die Pfanne. Hätte ich noch das Fleisch dazu gehabt, wäre es ein Chili con Carne geworden, aber so bloss Chili ohne Fleisch. Da die Jungs nachder Schule dauernd fragten, was es zu Essen gäbe, musste ich mir etwas einfallen lassen. Eben – Teigwaren sin (spanisch, ohne) Carne.
-Nautischer Unterricht. Patrick machte ein Montagsmalerintro um den bekannten Tatsachen auszuweichen. So konzentrierte er das Interesse um die weniger Bekannten nautischen Themen, was ihm gut gelang.
-Wochenrückblick. Auch diese Woche musste zu einem reflektierten Ende kommen. Was auch der Fall war. Immer wieder erstaunt mich, wie sehr sie an der Ausgangsnote interessiert sind.
-3 Aussen-, und Abseiter. Aufgrund nicht Bordordnungsgemässen Verhaltens mussten drei Jungs etwas Abseits essen, waren also Abseits der Gruppe. Des Nassgrauen Wetters wegen, grillierten wir in der Bratpfanne und servierten im Salon, statt auf dem Balkon (Mittschiffs), wie sonst meistens am Freitag.
-Bordordnung bis 2400h. MM wollte Joni warten lassen, aber gegen 24:00 Uhr war es dann doch genug und er schrieb schneller. (Normalerweise rechnet man mit ca. 20 Minuten)
Samstag, 10. 9. 2011
-Morgensport im Morgenrot, oder zumindest, teilweise rötlichen Himmel. Die sich hier ablösenden Unterwetter, malen immer wieder sehr interessante Stimmungen an den Himmel. So schön sie zum Fotografieren sind, so schwer sind sie in den Tagesablauf zu integrieren.
- Patrick am Wind. Böen kommen hin und wieder. Manchmal merkt man das auch im Schiff, wenn sich die Salomon leicht auf eine Seite legt und etwas zu schaukeln beginnt. Das nimmt Patrick sehr ernst und nimmt seinen Platz im Ruderhaus ein, wo er die Bewegungen des Schiffes genau beobachten kann. Besonders interessant ist dabei, ob der Anker hält oder rutscht. Wenn der zu surfen beginnt, müssten wir ihn Hochnehmen und neu setzten, also ein Ankermanöver machen.
-1 ½ h Grossputz, reicht nicht für alles, aber für das meiste. Nur das gibt keine Note sechs, sondern Unverständnis. Lange hinziehen wollen wir das eher unbeliebte Gesellschaftsspiel „Grossputz“ nicht, aber machen muss man es trotzdem. Nur die Erwartung, jedesmal eine Note 5 zu bekommen, nur weil man etwas nicht kaputt gemacht oder zu Ende gebracht hat, liegt etwas schief in der Landschaft und generiert eine Diskussion.
Freizeit, das schwierige Thema. Da der Putz schnell gemacht ist, bleibt viel Freizeit am Wochenende und immer wieder kommt der Wunsch einfach einen Film zu sehen. Die Herausforderung sich Gedanken zu machen ist ja schon recht happig, so abseits jeglichen Unterrichts, aber eine gute Antwort auf die Frage „Was man den sonst noch machen könnte“ zu bekommen, ist fast unwahrscheinlich. Immerhin kann ich Vorschläge machen, die überraschen, so simpel sie sind. Es gab sogar Jungs, die ein selbstgemachtes Schachfigurenset ganz toll fanden, was jedoch noch nicht heisst, dass es auch gemacht wurde.
-Der Wind kommt immer wieder. Wie schon gewohnt, kommt gegen Abend der Wind wieder. Ein Kriegsschiff ankert hinter uns. Es ist schon das dritte, welches wir treffen. Seit der Einladung letzte Woche sehen wir uns die Schiffe genauer an. Vielleicht ist es ja das uns Bekannte, das wäre schön sie wieder zu treffen.
- Troja, der Abendfilm. Wie selten zuvor waren sich die Jungs schnell einig was an diesem Abend auf der Leinwand flimmern soll. Als spät am Abend alles in Schutt und Asche zusehen war, gingen sie wieder als Helden ins Bett.
Sonntag, 11. 9. 2011
Basteln mit Holz. Eine Schachfigur und zwei Schwerter. Das Resultat meiner „Was mache ich Sinnvolles in der Freizeit Predigt“ gestern Mittag. Bei einigen kommt das „männliche“ Interesse doch noch zum Vorschein. Immerhin ist es ein recht anspruchsvolles Ding, aus Teakholz ein Schwert zu bauen. Es gehört doch zu den wiederstandfesten Edelhölzern, die nicht jedem zur Verfügung stehen.
Nachmittags gab es viel Regen. Es kündigte sich wieder ein Wettertief an. Wie im Ballett dreht es uns drei Schiffe hin und her. Könnte man das von oben Filmen und schneller abspielen, würde es sicher sehr lustig anzusehen sein.
Joni stellte sich wieder in die Kombüse und machte ein hervorragendes Abendessen. Da braucht wirklich niemand an Land in den Essensausgang. Er wolle denn absichtlich etwas verpassen. Zu den Bratkartoffeln mit gebratenem Ragoutfleisch und Salat, gab es in einer separaten Schüssel, recht scharfe Schoten, wie Joni warnend Bemerkte. Das war der Höhepunkt für viele mutige Jungs. Ein Stück essen und sich nichts anmerken lassen. Die wenigsten konnten sich der aufsteigenden Gesichtsröte jedoch nicht entziehen, was die andern aufmerksam beobachteten und Tipps verlangten was man gegen die Schärfe tun könnte. Brot und Wasser reichte bei nicht und musste mehrmals nachgeholt werden. Man konnte das Gericht aber auch ganz normal essen und geniessen.
Montag, 29. Aug. 2011
Eigenständiger Morgensport um 0730 Uhr der Jungendlichen, während das Team sich in tiefsten Gedanken der Wochenplanung hingab. Die fiel allerdings kurz aus, da schon fast alles klar war.
Den restlichen Tag in Stichworten:
-WC Leitung bei den Jugendlichen abgedichtet. Ein immer wiederkehrendes Thema, weil es da unten aus nicht näher erklärbaren Ursachen, immer wieder zu ebenso unerklärbaren Undichtheiten und manchmal auch zu besonderen Dichtheiten kommt, welche möglichst schnell wieder Undicht gemacht werden müssen. Im Allgemeinen spricht man dabei von „Verstopfungen“.
-Dampfschiff zu Besuch. Ein kleines, altes Dampfschiff warf in unserer Nähe den Anker. Es scheint eine Privatjacht zu sein und hat wohl keine Dampfmaschine mehr an Bord, sondern eine modernes Antriebsaggregat. Nur der typische Kamin verrät den ursprünglichen Dampfbetrieb. Es ist immer wieder eine Augenweide, solch gepflegten Oldtimer zu sehen. Vermutlich denken sie ebenso über unser 101 Jahre altes Schiff, welches auch einmal einen Dampfantrieb hatte. Alles was bei uns noch dampft, ist in der Kombüse und manchmal im Büro zu finden, was aber nichts mit einem Dampfschiff zu tun hat.
-Schule den ganzen Tag. Nicht immer ist die Freude darüber gross. Einige Schüler leiden dabei oder tun so. Andere kümmern sich nicht darum und bemühen sich die gestellten Rätsel zu lösen.
-Spielen bis Abendessen. Die Freizeit immer wieder sinnvoll zu gestalten ist eine grosse Herausforderung für viele der Jugendlichen.
-FZ beim Arzt. Arzt will Termin für Mittwoch zum Operieren. Es scheint dem lieben Onkel Doktor nicht ganz bewusst zu sein, was es bedeutet nächsten Montag in See stechen zu wollen. FZ sollte bis dahin wieder einsatzfähig sein.
Dienstag, 30. 8. 2011
Die kühle Erfrischung des Morgensports blieb trotz des schönen Wetters auch diesmal nicht aus. Gefolgt von einem reichlichen Frühstück war man gerüstet für das Segeltraining. Jawohl – wir konnten das alte Schiff mal wieder bewegen und klarstellen, wer was besser noch ein wenig üben sollte, bevor wir die Reise zu den Kanaren in Angriff nehmen. Das ist für nächste Woche geplant – nur das Wetter spielt bis jetzt noch nicht wie gewünscht mit. Aber es ist noch etwas Zeit bis dahin und da fliesst ja bekanntlich noch viel Wasser den Berg hinunter.
Die Sonne erfreute sich am Anblick unseres schönen Schiffes und der ganz in Rot gekleideten Mannschaft. So stieg jedem die Röte ins Gesicht, der sich nicht gegen Sonneneinwirkungen schützte.
FZ machte mal wieder einen sehr guten Job und gab und schien fast überall auf dem Schiff gleichzeitig zu sein. Aber auch die neuen Vormänner AG, LR machten ihre Sache gut, wenn auch mit sichtbarem Entwicklungspotential. Eine MOB (Mensch über Bord) Übung konnte erfolgreich bestanden werden. Nach 10 Minuten wäre der Badende wieder an Bord gewesen.
Die aus dem anstrengenden Segeltraining resultierende Müdigkeit, konnte bis zum Abendessen mit Duschen und relaxen wieder wettgemacht werden. Joni ist ein sehr spontaner Koch und besorgte erntefrisch die Toastbrote für den Toast Hawaii, welchen er zum grossen Essen am Ende des Tages vorsah.
Nach den Ämtlis, konnten sich alle an den lustigen Videos von Marcus erfreuen. Schallendes Gelächter bestätigte dies.
2145h funkte Joni zu Schiff. Wenn die Jungs bis 0700 Uhr morgen früh an Land sind, könnten sie ein Kriegsschiff besichtigen. Er hatte den Kapitän Getroffen, als der Patrick abholen ging. Das ist ein interessantes Angebot, da man sonst solche Schiffe nicht einmal Fotografieren darf.
Mittwoch, 31. 8. 2011
0645 Uhr war die ganze Crew in Uniform und etwas Aufgeregt bereit, das Kriegsschiff zu besuchen. Die Führung war kurz und interessant. Das Beste kam zum Schluss, als wir beim Ablegen helfen durften, mit den Leinen loswerfen. Da kam doch tatsächlich ein spürbarer Hauch von Stolz auf der seinen Gipfel fand, als sie zum Abschied das Signalhorn erschallen liessen.
Wir mussten drei mal mit dem Beiboot zum Schiff fahren bis wieder alle an Bord waren, wie jedesmal. Das bedeutete auch diesmal, dass die einen relativ lange warten mussten und dem kalten Wind gerne entflohen wären.
Das Team der Erwachsenen liess es sich nicht nehmen, trotz der Verspätung doch noch ein gemeinsames Frühstück zu machen und die Jungs selbstständig dasselbe zu machen. Für die Schulzeit danach blieb nicht mehr viel Zeit. Man macht halt was man kann und nimmt was man kriegt. Die einen die „Kürze“ die andern die Gelegenheit zum geistigen Wachstum.
Das Mittagessen von Christoph und DS beendete die geistigen Anstrengungen und startete gleichzeitig die nächste – die Nachmittagspause bis 1400 Uhr, was die Erwachsenen ganz besonders brauchten, um genug Kraft für den sportlichen Nachmittag zu haben. Christoph liess sich von Marcel zum Schloss führen, damit er sich dauernd bemühen musste die andern Jugendlichen zu nerven. Erst ging es unabsichtlich zum verlassenen Hotel in der entgegengesetzten Richtung. Schlussendlich waren sie entsprechend Müde von der Schlosstour zurück.
Um der Büroarbeit etwas mehr Zeit einzuräumen, waren alle an Land zum Abendessen. Wo kann man in der Schweiz für 150.- Franken reichlich Abendessen mit 17 Personen? Hier, in Irland, geht das!
Eben als die erste „Ladung“ Jungs wieder zum Schiff kamen, schwamm in kurzer Entfernung etwas an uns vorbei, was genau wie einer der Fender vom besuchten Kriegsschiff aussah. Schnell entschlossen wir uns das Ding zu holen. FZ und MM waren an vorderster Front dabei, zogen das Ding aus dem Wasser. An Bord mussten wir leider feststellen, dass es etwas anderes in derselben Grösse und Farbe war. Wir werden es dem netten Herrn übergeben, der uns gerne Verwarnte, viel lieber aber gebüsst hätte, weil wir keine Rettungswesten im Beiboot trugen. Dabei spielte es keine Rolle, dass andere neben uns es genauso taten, aber von ihm nur freundlich gegrüsst wurden. Nun gut – wir wussten auch, dass wir es eigentlich müssten. Es ist so, als wenn man im Auto ohne Gurte fahren würde. Nun halten wir uns natürlich strickte daran.
Donnerstag, 1. September 2011
Um die angestaute Müdigkeit von Gestern wieder Wettzumachen, starteten wir diesen eher trüben Tag eine Stunde später als im normalen Tagesplan.
Die Sicherheitsübung wurde recht gut mitgemacht, wenn man es teilweise auch eher als ein Spiel ansah. Und bei Spielen ist es bei den meisten Jungs üblich, zu tricksen was nur geht, weil man ja Gewinnen will.
Der Tag nach dem Mittagessen wurde von einem Manöver geprägt. Sicher eines der besten die wir je erlebt hatte. Wir verholten an die Mole. Patrick hielt das Schiff immer schön parallel zur Mole und liess den Wind das Schiff zielgenau an die Mauer treiben.
Den Rest des Tages kauften wir die Vorteile an der Mole aus. Einige gingen Abends in den Ausgang, andere verbrachten den Abend beim Spielen mit Christoph.
Freitag, 2. September 2011
Seit langen wieder einmal war es möglich an Land Morgensport zu machen. Joni liess sich etwas einfallen, die Jungs liessen es sich gefallen und machten mit.
Der Tag war mit einem etwas gedrängten Programm ausgestattet. Kaum fertig mit dem Vorglühen ging es sofort mit schule weiter – aber nicht für alle. Joni ging mit dreien Einkaufen, Patrick mit FZ zum Arzt wegen des Zechens, welcher erst auf den Kanaren zur kleinen OP kommen soll. Als Fredi im Laden auftauchte waren auf einmal alle zusammen. Fredi wollte einiges für das Mittagessen holen welches typisch Schweizerisch ausfallen sollte, wie es beim Frühstück gewünscht wurde. Ein Birchermüesli mit allem drum und dran entstand, wurde gegessen und nichts blieb übrig.
Ca. um 1100 Uhr wurden wir angewiesen den Hafenplatz wieder zu räumen. Dass das geschehen könnte, wurde uns schon gesagt, bevor wir gestern an den Platz verholten. Die irischen Fischer hatten die Fangquoten für Tunfisch erfüllt, was das Ende der Tunfischerei bedeutete. Was die nun machen wissen wir nicht, nur sie müssen in den Hafen und brauchen unseren Platz um 1600 Uhr, das wissen wir. Immerhin ist der Ankerplatz für uns auch gut. Der Wochenrückblick ging früher los wie geplant, war rechtzeitig fertig und das Ablegen wurde uns mit einem Schlepper von unserem Agenten selber erleichtert. Das machte er sogar Gratis und brachte uns auch noch einen Tunfisch, welchen der Kapitän höchstpersönlich kunstgerecht zerlegte unter den staunenden Augen von MM und MS. Unterdessen wurde wieder ein Festzelt mit Plachen gebaut und gegrillt was das Zeug hergab, nachdem wir Christoph verabschiedeten, der nach ein paar Tagen bei uns, wieder in die Schweiz musste. Das Zelt brauchten wir auch, weil es schon bald zu Regnen begann. Gemütlich war es nicht nur trotzdem, sondern eben deshalb. Nur HÜ war nicht dabei. Er war den ganzen Tag krank.
Es war der Tag an dem DS seinen 16 Geburtstag feierte und es schön hatte. Auch er durfte zur Feier des Tages abends einen Film sehen. Natürlich mit den andern Kollegen.
Samstag, 3. September 2011
Dominated bei Regen und starkem Wind sollte der Tag vorwiegend unter Deck verbracht werden. Wider erwarten war es immer wieder sonnig und die Jungs liessen sich die Stimmung nicht verderben, weder vom Wetter noch vom inspirierenden Samstagsputz, dem wöchentlichen Kampf gegen Bakterien und ähnliche Artgenossen.
Zwei wären gerne in den Ausgang gegangen, blieben aber zugunsten des selbstgewählten Filmes (was immer ein wichtiger Aspekt des Abends ist).
Marcus verbrachte seinen freien Tag an Land, während Joni sich mal einen Tag der Erholung auf dem Schiff gönnte.
Sonntag, 4. September 2011
Patricks freier Tag endete so gegen 1900 Uhr, als die Windböen bis zu 50 Knoten stark wurden und der Anker etwas zu rutschen begann. Auch heute war nichts mit Ausgang. Es war zu unsicher ( und auch unbequem) bei diesem Wetter an Land zu fahren, wenn es nicht dringend war. Die Jungs kamen so in den unüblichen Genuss auch am Sonntag noch einen Film sehen zu dürfen, was sie mit lautem Applaus und Pfiffen begrüssten. Ansonsten war es ein gemütlicher Spielsonntag.
Fredi Jäggi, Chief
Montag, 22. 8. 2011
Wir begannen den Montag mit ein wenig Verspätung, bzw. mit dem Morgensport eine Stunde später um 0900h, bei schönstem irischen Sommerwetter. Das bedeutet zwar nicht 34°C wie in der Schweiz, sondern Sonnenschein und meistens blauer Himmel, was wir genossen nach der kühlen Nacht. (15°C in der Kabine). Das Morgensportmenue zeigte „Schwimmen“ als Hauptgang. Trotz anfänglicher Unlust in den Reihen der Jungs, zeigte sich bald die erfrischende Seite dieser physischen Betätigung. Das Frühstück konnten sie unter sich geniessen, während das Team sich kurz zur Wochensitzung versammelte. Es war nicht viel Anstehendes und der Tag auch nicht problematisch zu gestalten.
Marcus und Madeleine versorgten die meisten Jungs mit Schulstoff. Gleichzeitig zeigten FZ und YO sich beim Arbeiten von der Besten Seite, als sie das Aussenklüversegel ersetzten. Den Ankerkasten gereinigt hatte MM, neben ein paar anderen Arbeiten und der Hauptmotor erlebte einen Ölerfrischenden Service.
Madeleine und Joni setzten sich kurz ab, nach den Abendessen, um ein ruhiges Mitarbeitergespräch an Land zu führen. Patrick kümmerte sich um die Reparatur des Aussenbordmotors für das Beiboot, mit unserem Agenten an Land. Dieser holte das Getriebe-Teil zwei Autostunden entfernt für uns, musste es aber noch zu seinem andern Mechaniker bringen. Es wird somit noch etwas dauern, bis wir wieder beide Motoren einsatzbereit haben.
Nachmittags sorgte TE wieder einmal für Aufsehen, was für ihn etwas Schwimmen nach sich zog.
Dienstag, 23. 8. 2011
Entsprechend dem offiziellen Tagesplan fanden sich alle Teamer um 0700h zum Morgensport mit den Jungs ein. Teamer feierten den Morgen – Jungs den Sport, wie meistens. Also nichts ungewöhnliches, wie auch das Wetter, welches wieder echt irische Bewölkung vorsah. Das Vorglühen zum Thema „Herz und Verstand in ihrer Coabhängigkeit“, bereitete die Jugendlichen auf die bevorstehenden Schulstunden vor.
Von der technischen Seite des Schiffslebends her gesehen, gab es einen noch nicht bestätigten Erfolg. Der ältere der Aussenbordmotoren verlohr seit längerm ein wenig Öl. Trotz mehrmaliger Einlieferung in eine Werkstatt über das vergangene Jahr verteilt, gelang es nicht, dem Leck auf die Spur um nicht zu sagen auf die Ölspur zu kommen. Nun gefunden, demontierten wir den Vernitldeckel zum Zweck der Kontrolle des gleichmässigen Anzugsmomentes der Zylinderschrauben. Dabei fand sich die halbe Dichtung nicht am vorgesehen Platz, sondern sie lag einfach unter dem Ventildeckel. Da somit der halbe Deckel gar keine Dichtung zur Verfügung hatte, muss das Ölleck fast dort vermutet werden. Die Bestätigung dieser Annahme, wird sich erst bei einem Probelauf zeigen, welcher zur Zeit noch aussteht.
2115h in der bereits eingesetzten Dämmerung, stand die ganze Crew im Scheinwerferlicht in einer Reihe ein, um einerseits Madeleine zu verabschieden, welche uns am nächsten Tag Urlaubshalber verliess, andererseits wurde MS zum Schiffsjungen befördert, was er mit strahlendem Gesicht über sich ergehen liess.
Mittwoch, 24. 8. 2011
MM’s 15ter Geburtstag. Schon lange sprach er davon und liess jeden wissen, welche Wünsche er bei dieser Gelegenheit gerne erfüllt sähe.
Laut „Wettervorsage“ sollte es heute zur Hauptsache regnen. Dass sich das Wetter jedoch nicht immer an die Vorgabe hielt, ärgerte niemanden. Jedenfalls nicht von uns. Als Madeleine uns um 0730h verliess war der Himmel sehr schön mit abklingendem Morgenrot/gelb, welches in einen sonnigen meist blauen Himmelüberzug überging. Wäre nicht schon eine Wetterfront über der Insel auf uns zu gekommen, der man das Vorhaben regnen zu wollen ansah, hätte man sich auf einen Schönwetter-Tag einstimmen können.
Als die Jungs ihre Schwimmrunden beendeten, konnten sie sich vom Regen das Salz abspülen lassen und das bei Sonnenschein. FZ überwachte das Schwimmen in sicherer Ölkleidung unter dem Regenbogen. Irischer Sommer ist schon irre.
Die vier übriggebliebenen Männer des Teams, hielten ein Männergerechtes Frühstück ohne „überflüssige“ Dekorationen, in entsprechendem Tempi. (Manchmal fehlen die Weiblichen Aspekte halt schon.)
Joni verbrachte den grössten Teil des Tages mit den Jungs beim Sport in der Halle an Land. Marcus bereitete sich gründlich auf viele Schulstunden vor, Patrick versuchte mit Fredi die Liste mit anstehenden Arbeiten zu reduzieren, nachdem sie erst einmal aufgebaut war.
Das Abendessen, wie von MM gewünscht, kam mit viel Aufwand. Fajitas, nennt sich das vielgeliebte, vielgewünschte, vielseitige mexikanische Gericht, welches einem Bausatz gleicht. Der Abend war von einem Filmgeschenk abgerundet, was allgemein immer auf guten Anklang stösst.
Donnerstag, 25. 8. 2011
Marcus machte den ganzen Tag Unterricht mit den Jungs.
Im Maschinenraum stoppte das Öltropfen des HD 2 (Motor vom Generator2) an der Ölwanne endlich. Den mittleren Schwimmerschalter der AWA musste ersetzt werden und die Seefilter vom HD2 und MAN benötigten eine Reinigung. Die Spülung im Backbord-WC der Jungs ist wieder dicht, dank einem neuen Spülventil. Das alte hatte einen Sprung, vermutlich durch unsachte Behandlung.
2200h bringt Patrick Christoph an Bord. Er wollte relativ rasch zu Bett, da er eine anstrengende, lange Reise hinter sich hatte. Mit dem einmalig, neuen Aspekt, den Sitzplatz A0A1 in der Businessklasse bekommen zu haben.
Langersehnte Geschenke brachte Christoph mit. Und ein „extrakleines“ rotes Überkleid. Leider in der Grösse 52, also lediglich 10 Nummern zu gross.
Der neue Schiffsfotoapparat machte besonders Joni Freude.
Freitag, 26. 8. 2011
0700 Uhr, Morgensport bei schönem Wetter. Nicht alle (wie immer) waren gut gelaunt und freiwillig machte es wohl keiner. Es tat aber auch diesmal gut, besonders, wenn man danach fast den ganzen Tag nur noch sitzende Tätigkeiten verübt.
Die gestern gefunden Undichtheiten an den Abflussrohren konnten geschlossen werden. Ob das „Kaltmetall“ jedoch wirklich hält was es verspricht, wird sich auch in diesem Fall noch zeigen müssen.
Den ferngesteuerten 70 Kmh schnellen „Renner“ von FZ, musste über Mittag gleich an Land getestet werden, was er erwartungsgemäss nicht ohne Beschädigungen überstand.
Den Wochenrückblick konnten wir nur mit Startschwierigkeiten in Gang bringen. Immer wieder kam jemand mit einer mehr oder weniger wichtigen Frage, welche aus pädagogischen Überlegungen meist abschlägig beantwortet wurde. Vor allem jene drei Fragen nach dem Z‘vieri, da ein ausgiebiges Grillieren kurz bevorstand. Der aufkommende Wind mit leichten Böen und ebenso leichten Schauern, konnte da keinen Abbruch tun. Die gespannten Plachen versahen ihren schützenden Dienst hervorragend und spendeten eine richtige Festhüttenatmosphäre. Selbst der schon fast obligate Regenbogen blieb nicht aus.
Patrick machte eine interessante Beobachtung bei der Wettervorhersage. Der Hurrikan in der Karibik wird in abgeschwächter Form am nächsten Donnerstag bei uns vorbeischauen und auf den Cape Verden entsteht ein neuer Hurrikan, der in die Karibik ausreist. Der könnte sehr stark werden, da er in immer wärmeres Gewässer kommt. Betrifft uns aber glücklicherweise nicht.
Ob es wirklich so kommt, wie angekündigt, wird sich noch zeigen. Es ist eben nur eine Vorhersage, welche aber nicht minder beständig das Hervorsagen von Prognosen ermöglicht.
Samstag, 27. 8. 2011
Das Wetter beruhigte sich wieder und machte gute Miene den ganzen Tag. Samstag ist meistens der Tag des Samstags-, Wochen-, Grossputzes für die einen vom Team mit den Jugendlichen an Bord. Patrik und Marcus machten Frei an Land, Joni versuchte die Jungs zu unterhalten und Fredi bastelte mit FZ und YO einen Lichtanschluss an den neuen Aussenbordmotor. FZ durfte sich im Einkaufen üben und DS produzierte mit LR und DM eine exzellente mehrteilige Creme, um die Leere der Filmpause zu füllen, welcher das Abendprogramm bestreiten sollte.
Dabei ist es jedesmal eine Zeremonie wer den Film auswählen darf. AG bekam diesmal den Zuschlag, durfte 3 Filme auswählen, welche in Nummerierten Couverts der Versammlung zur Auswahl vorgelegt wurden. Der Anfänglich Ärger über das „unfaire“ Verfahren, wich einem Siegesgeschrei, als Nummer 3 gewählt wurde und darin der Film mit den meisten Stimmen war. Die Stimmung war gut und der Film pünktlich um 2100 Uhr fertig.
Nur TE musste seinen Betrug noch ausbaden. Er hatte das Messing zu polieren und machte nur die Sichtbare Seite der Ankerglocke sauber. Da AG und J VC die gemachten Sauberkeiten im Auftrag Joni’s Pflichtbewusst kontrollierten, kam der Betrug an Licht. Leider versäumte er die Gelegenheit, die „Unachtsamkeit“ doch noch in Ordnung zu bringen, so verpasste er den Anfang es Filmes. Das Ergebnis liess jedoch zu wünschen übrig. Daher bekam er als einziger die Ausnahmegenehmigung anstatt ins Bett, nochmal an Deck zu dürfen und der Glocke den Rest zu geben, der noch fehlte, um Fredi zufrieden zu stimmen. Leider war das Licht dem Unterfangen nicht zuträglich was die Vollendung auf den nächsten Tag verschob. Ein fast unendlicher Job, was Messingpolieren eigentlich sowieso ist. Poliertes Messing ist wie ein Sonnenuntergang, man sich fast nicht satt sehen daran.
DM, MS, JCV verpassten den Film absichtlich, zwecks Geniessens von Landaufenthalt was man profanerweise als „Ausgang“ bezeichnet. Diese Aktivität ist für Menschen die auf einem Schiff leben, eine begehrte Abwechslung, welche erst Verdient werden will mit einer Mindestnote von 4,5 im der Bewertung der Woche, jeweils am Freitag.
Diese Woche hatten wir, wie meistens, irgendeinen Zwischenfall zu behandeln. Ein Club, der dieselbe Sporthalle wie wir benutzt, hatte im ihrer Ball-Kiste Schokoriegel deponiert. Es ist kaum verwunderlich, wenn unsere Jungs diese Entdeckung nicht ohne Kostprobe über sich ergehen liessen. Aber wir sind in Irland. Da sind die Menschen so Gastfreundlich und lassen uns die Halle Gratis benutzten. Diese Gastfreundschaft ist auch im Reiseführer angepriesen. Unter der Rubrik „Does and Dont’s findet sich der Zusatz:“ Verscherzen sie sich die Gastfreundschaft nie.“ Die Kontrolle welche sich eines Tages bei Joni in der Halle einfand, dürfte kaum zufällig gewesen sein. Er wollte erst das Benutzten der Bälle verbieten, liess sich von Joni aber dazu erweichen, wenigsten je einen Ball benutzten zu dürfen.
Beim sortieren der Bilder, fand sich eines, mit unbeabsichtigtem Beweismaterial, was ausser zu Diskussionen noch zu keinem Ergebnis führte.
MM ist nun öfters mit seinem Fotoapparat unterwegs auf dem Schiff. Christoph M. hatte ihm dieses Geschenk gemacht.
Sonntag, 28. 8 2011
Wie der Name schon sagt, war es ein sonniger Tag. Ansonsten ruhig und entspannend. Christoph erzählte von seiner Reise hierher mit den ganz speziellen “01A” Sitzplatz. Patrick und Marcus waren zum Dienst eingeteilt und Patrick begleitete die Jungs beim Sport an Land. Joni ging auch mit obschon der Sonntag sein Freitag war.
Angenehm empfanden einige Jungs das offene Ohr von Christoph, der mit ihnen sprach und spielte.
Da Joni und Patrick Abends bei einem Glas Wein noch über die Anzahl der Goals stritten, ist zu vermuten, dass nicht ganz klar ist, wer eigentlich gewonnen hatte. Dennoch – Hauptsache, man war dabei.
Montag, 08. August 2011
07:00h: All hands! Der durchdringende Alarm schreckt die Jungs aus ihren Betten hoch. Verschlafen die Augen reibend, ziehen sie ihre Segeloveralls, Gummistiefel und Lifebelts an und erscheinen an Deck. Geschlafen haben wir heute wegen Wellen nicht besonders ruhig. Dafür scheint die Sonne! Urs möchte gleich sofort loslegen, damit wir vorwärts kommen. Die Segel werden sofort gesetzt, und wir segeln weiter Richtung Süden. Bei Tageslicht sehen wir nun auch die Umgebung um Slea Head: Wir haben ca. einen halben Kilometer vor einer steilabfallenden Felsküste geankert, auf der Schafe weiden. Bestimmt fallen da immer wieder einige runter, denn einen Zaun ist nicht zu sehen. Und unten in einer grossen Felsspalt ist ein Schiffswrack eingeklemmt. Man sieht nur noch die Eisen-Verstrebungen; die Wellen haben die Verkleidung über die Jahre hinweg abgetragen. Schon ganz rostig ist es – eigentlich sieht es eher nach einem Skelett von einem Seeungeheuer aus!
Nach dem Frühstück nehmen wir den Wachbetrieb auf. Die Sonne wärmt unser Gesicht, und der Wind bläst uns angenehm um die Ohren. Es wäre alles in bester Ordnung, doch die Wellen kommen von der Seite, so dass die Salomon stark hin und her schaukelt. Einigen Jungs wird es dabei elend zumute. Auch gestandene Kadetten wie J.C. und einige Erwachsene (ausser Hans und Urs) liegen auf einmal schwach und bleich in ihrer Koje.
Zum Glück ändern wir nach ein paar Stunden die Richtung, so dass die Wellen von hinten kommen, und die Salomon so aufhört, so stark zu schauekeln. Wir segeln an Castletownbere vorbei bis ans Ende der weiten Bucht nach Bantry. Um 20h wird der Anker runter gelassen – angekommen! Vor dem Schlafen feiern wir noch den Geburtstag von G.F. nach und verspeisen mit viel Genuss seine Geburtstagstorte.
Dienstag, 09. August 2011
Heute ist die Tagwache um 07h, anschliessend Frühstück und um 8h Arbeitsbeginn: Sämtliche Backskisten müssen entfernt, und der darunter liegende Boden gestrichen werden. Auch der Boden im Vordeck wird gestrichen und Dirken repariert. Urs möchte heute möglichst weit kommen, da schlechtes Wetter für die nächsten Tage angesagt ist. Die Jungs legen sich ins Zeug, und es wird den ganzen Tag gehämmert, gefräst und geschleift, so dass man es sogar an der Peer hören kann.
Nur J.C. kann sich am Nachmittag ausklinken, da er seine Abschluss-Stao mit Joni und mir hat. Wegen des Lärmes gehen wir an Land und unterhalten uns mit ihm in einem Internetcafé über seine Schiffszeit, über seine bevorstehende Rückkehr und über die damit verbundenen Herausforderungen.
Am Abend begleiten Joni, Y.O. und F.Z. J.C. in seinen letzten Ausgang. Die anderen bleiben auf dem Schiff zurück und dürfen sich mit neuen Hygieneartikeln vom Kiosk eindecken – jedes Mal ein Fest!
Mittwoch, 10. August 2011
Heute morgen holen wir die Teamsitzung vom Montag nach. Die Jungs essen dann jeweils selbständig Frühstück. Anschliessend schreiben sie weitere Berichte für die Salomon Zeitung. D.S. schreibt über die Gründe, weshalb er aufs Schiff gekommen ist, J.C., H.Ü. und L.R. über ihre Ziele im Leben, A.G. und A.T. über den 1. August, M.M. über das Arbeitstraining, G.F. und M.S. über den Film “Herr der Ringe”, J.V.C. über seinen ersten Ausgang, Y.O. über J.C.s Abschied. D.M. schreibt an seiner Vereinbarung mit Joni, und F.Z. ist wegen Arbeitsunterstützung von Urs vom Schreiben dispensiert, was ihn natürlich in Hochstimmung versetzt.
Am Nachmittag ist zuerst ein Spaziergang ins Städtle geplant – was wegen des anhaltenden Regens buchstäblich ins Wasser fällt. So schalten wir zur Freude der Jungs einen Filmnachmittag ein: Herr der Ringe, Teil 3.
Zum Abendessen bereiten wir Muscheln zu – in einer Weissweinsauce von Joni – sehr lecker!
Anschliessend zeigt Joni Bilder von Papua-Neuguinea, wo er aufgewachsen ist, und andere Bilder von seinen Reisen. Die Jungs schauen gespannt zu und lauschen bis zur Zimmerzeit um 21h gebannt seinen Ausführungen.
Donnerstag, 11. August 2011
Heute stehen wir nach Tagesprogramm um 07:00h auf. Wegen den Backskisten, die herum stehen, ist Morgensport auch heute nicht möglich. Nach dem Frühstück verabschieden wir Hans und Marwin, die uns sechs Wochen lang begleitet haben. Die Jungs und wir als Team konnten sehr viel von ihnen profitieren und hatten eine tolle Zeit miteinander!
F.Z. und Urs gehen an die Peer Altöl entsorgen, während wir das Deck fertig klar machen. Danach heisst es : Anker klar machen und lichten! Wir motoren nach Castletownbere, wo wir um 14h einen Termin mit Mark, ein ausgewanderter Schweizer, haben, der uns die neuen Backskisten liefern wird. Wir haben ihn vor zwei Monaten hier kennen gelernt, und da er Zimmermann ist, haben wir die Gelegenheit genutzt, und ihm gleich einen Auftrag für unsere neuen Backskisten gegeben.
F.Z., D.M. und J.V.C. bleiben an Bord und unterstützen Urs und Mark beim Montieren der Backskisten. Die anderen können in die städtische Turnhalle Sport machen. Auch T.E. darf mit, doch muss er immer in der Nähe von Joni bleiben, da er nach wie vor oft davon spricht, dass er weglaufen möchte. In der Turnhalle angekommen, geniessen wir es in vollen Zügen, uns wieder mal richtig bewegen zu können! Wir spielen zuerst Fussball, Völkerball und zum Schluss dürfen alle noch für sich etwas spielen: Unihockey, Basket-, Fuss- und Volleyball.
Zufrieden und ausgetobt kehren wir alle zurück und geniessen ein feines Birchermüesli von Gabi. Alle sind noch etwas laut und aufgedreht, so dass wir sie darauf hinweisen müssen, nun etwas “runterzufahren”. Sie schwenken darauf ein und erledigen ihre Ämtlis ruhig. Danach geht der Abend weiter mit Schach und Mühle Spielen. G.F. schneidet unter meiner Aufsicht J.C.s Haare. Drum herum stehen D.S. und L.R., der immer wieder nervös auf meine Uhr schaut und hofft, dass es für ihn auch noch reichen würde. Als er langsam, aber sicher merkt, dass es heute abend damit nicht mehr klappen wird, regt er sich auf. Während seiner Zimmerzeit erklärt er mir, dass er sich eben so gefreut hätte, heute abend seine Haare zu rasieren und er habe schon lange darauf gewartet und und und… Am Schluss muss er selbst über sich grinsen und merkt, dass morgen ja auch noch ein Tag ist.
Freitag, 12. August 2011
Dank unserem Anlegeplatz an der Mole gibt’s wieder mal Morgensport: Wir nutzen es aus, dass wir an der Mole sind, machen Staffetten und lassen die Jungs Seil hüpfen.
Nach den Ämtlis geht’s gleich weiter mit Sport, da Urs Zeit und Ruhe fürs Schiff braucht. F.Z. und J.V.C. unterstützen ihn dabei, und J.C. und Y.O. gehen mit Joni Kleider einkaufen. In der Turnhalle spielen wir Fussball, springen Trampolin, und zum Abschluss reicht es noch für eine Partie Basketball.
Punkt zwölf Uhr haben wir mit Joni und den anderen bei der Pizzeria abgemacht, wo wir zusammen Mittagessen. Trotzdem herrscht keine gute Stimmung : A.G. und H.Ü. haben am Vormittag über Gaspistolen diskutiert – und das in einer sehr verherrlichenden und beunruhigenden Art und Weise. Ausserdem beeinflusst A.G. mit manchmal giftigen Bemerkungen über andere die Gruppenstimmung negativ. Als wir nach dem Mittagessen aufs Dingi warten, konfrontiert Joni H.Ü. bezüglich dem Gespräch mit A.G. über Gaspistolen. H.Ü. reagiert herablassend und wird zum ersten Mal richtig frech. Als Konsequenz streichen wir ihnen vorläufig einige Privilegien wie z.B. den Film am Samstagabend oder gemeinsame Landgänge.
Zurück auf dem Schiff ergibt sich eine uneinberufene Befindlichkeitsrunde: Die Jungs sitzen im Salon verteilt und sprechen mit uns über die Situation mit A.G. und H.Ü., die sie auch nicht toll finden. Sie möchten, dass die momentan gute Gruppenstimmung bleibt bzw. sich noch weiter verbessert. Es tut ihnen gut, mal länger und v.a. spontan über die aktuelle Gruppenstimmung auszutauschen.
Nachdem wir die Mole verlassen haben und vor Anker gegangen sind, heisst es wieder mal: Wochenrückblick-Sitzung! Als wir fertig sind, löst Joni sein Versprechen gegenüber M.M. ein, lässt ein Freudenschrei los und gratuliert ihm zu seiner zweiten in Folge bestandenen Woche. M.M. kann es kaum fassen und strahlt für den Rest des Abends übers ganze Gesicht.
Mit dem heutigen Freitags-Grillieren feiern wir J.C.s Abschied. Es herrscht eher eine etwas ruhige und bedrückte Stimmung: Einerseits, weil J.C. am nächsten Tag von Bord geht, und andererseits wegen der Situation mit A.G. und H.Ü.
Nach den Ämtlis ist schon bald 21h – Zimmerzeit. J.C.s letzte Nacht auf dem Schiff… ein spezieller Moment!
Samstag, 13. August 2011
Während J.C. seine Sachen packt, sind die anderen fleissig am Putzen. Nach dem Samstagsputz heisst es um 12:45h für J.C. Abschiednehmen. Urs und Joni richten ihre Abschiedsworte an ihn: Zwar habe er lange gebraucht, bis er an den Punkt gekommen ist, an dem er sich entschieden hat, sich nicht nur anzupassen, sondern einige Dinge in seinem Leben zu verändern, doch wichtig sei, dass er an diesen Punkt gekommen sei. In dem letzten Drittel seiner Schiffszeit habe er jedoch stetig vorwärts gemacht und dadurch gezeigt, dass es ihm mit seiner Entscheidung sehr ernst war. Bis zum Schluss hat er sich voll in die Gruppe eingegeben und sie mit seiner witzigen, geselligen und interessierten Art positiv beeinflusst. Da wir ihn sehr schätzen gelernt haben, fällt es nicht leicht, sich von ihm zu verabschieden – v.a. Y.O., J.C.s Freund von Kindsbeinen an.
J.C. wird von Franziska und Peter in die Schweiz zurück begleitet. Sie haben zwei Wochen auf dem Schiff verbracht, um einen Einblick in unsere Arbeit zu erhalten. Die Zeit mit ihnen war sehr interessant und unterstützend, und wir haben uns gefreut, sie bei uns zu haben.
Am Nachmittag geht G.F. mit mir sein Geburtstagsgeschenk einkaufen, und die anderen bleiben auf dem Schiff zurück und geniessen den freien Nachmittag.
Am Abend gehen D.M., L.R., J.V.C., F.Z. und D.S. in Ausgang. F.Z. darf nach wie vor noch nicht begleitet in den Ausgang, deshalb geht Joni mit ihm. Die Zurückgebliebenen sprich M.M., M.S., Y.O., A.T. schauen den Film “Honey”. A.G. und H.Ü. sind jedoch als Konsequenz ihres gestrigen Verhaltens davon ausgenommen.
Sonntag, 14. August 2011
Als wir aufstehen… – scheint endlich wieder mal die Sonne! Wir freuen uns sehr darüber und nutzen die Chance, dass es neben der Turnhalle ein Fussballfeld gibt. Es ist aber ganz seltsam, J.C. nicht mehr in der Gruppe zu haben – seine treffenden Sprüche und sein Humor fehlen!
Nach dem “Spörtle” gehen wir in einer Eisdiele ein Eis essen und kehren danach aufs Schiff zurück.
Der Abend verläuft soweit ruhig, aber bezüglich dem Verrichten der Ämtlis sind wir nicht zufrieden – zu schleppend und zu ungenau.
Wir blicken auf eine bewegte Woche zurück und sind auf die nächste Woche gespannt, die uns einiges an Wechseln bringen wird: Urs und Gabi werden von Bord gehen und werden von Patrick, Fredi und Marcus abgelöst.
Madeleine Laffer










































































