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Von Daniela Curiger, Sozialpädagogin

Moin moin
Jetzt ist es beinahe ein Jahr her, seit mir Jonathan Reist erklärt hat, dass jede/r, der/die sich für die Schiffsarbeit interessiert, ein willkommener Gast auf der Salomon ist. Ich habe ihn beim Wort genommen und durfte diesen Sommer drei Wochen auf dem Jugendschiff schnuppern.
Viele Personen aus meinem Umfeld stellten interessierte Fragen über meinen Eindruck vom Leben auf der Salomon: Was habe ich vor meiner Abreise erwartet? Was sind das für Jungs? Was ist so besonders an der Schiffsarbeit? Wie ist dies organisiert und wie läuft das ab? – Ich habe mir überlegt, dass sich vielleicht einige Leserinnen und Leser ähnliche Fragen stellen, daher versuche ich an dieser Stelle, etwas genauer darauf einzugehen.
Was waren meine Erwartungen vor meinem Schiffsaufenthalt? Im Nachhinein ist das gar nicht so einfach zu beantworten. Ich bin Sozialpädagogin und arbeite seit mehreren Jahren auf einer sozialpädagogischen Wohngruppe für Jugendliche im ähnlichen Alter wie die Jungs auf der Salomon. Von daher hatte ich von gewissen pädagogischen Aspekten und organisatorischen Abläufen eine ungefähre Vorstellung. Ich war mir auch ziemlich sicher, dass jemand, der neu aufs Schiff kommt, von den Jungs zuerst einmal getestet wird, diesbezüglich war ich also auf einiges gefasst. Mit Erlebnispädagogik in dieser Form hatte ich bis anhin keinerlei Erfahrung, da war ich sehr gespannt, etwas nervös und hatte jede Menge Fragen. Wie gesagt, das waren meine Erwartungen – doch wie war es wirklich? Ich wurde sehr herzlich empfangen und durfte mich vom ersten Moment an voll und ganz in den Schiffsalltag integrieren. Weder fürs Team noch für die Jugendlichen stand meine Anwesenheit oder mein Mitwirken irgendwie zur Diskussion: Ich gehörte einfach dazu, durfte mithelfen, ausprobieren und Ideen einbringen. Gemeinsam haben wir viel gelacht, über alles Mögliche diskutiert und philosophiert, Spiele gespielt, geputzt, Essen zubereitet, Wache gehalten, gelernt und was eben sonst noch alles zum täglichen Betrieb gehört. Die drei Wochen vergingen wie im Flug und während der Zeit auf der Salomon war es für mich schwer vorstellbar, danach wieder in meinen normalen Alltag zurückzukehren.
Eine weitere Frage, die mir immer wieder gestellt wurde, war die nach Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. Auf der Salomon gibt es immer wieder Möglichkeiten sich zurück zu ziehen. Am Samstag oder am Sonntag hat man seinen Freitag und je nach Lust und Laune kann man diesen alleine oder in Gesellschaft verbringen. An den Abenden ist es ähnlich: Wenn kein Abenddienst ansteht, ist es durchaus möglich, nochmals kurz an Land zu gehen. Jeder Teamer hat, wenn möglich, eine Einzelkoje und dadurch auch in diesem Bereich Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeit. Doch es stimmt auch, dass das tägliche Zusammenleben sehr intensiv ist und mit 24 Personen an Bord ist meistens irgendwo irgendjemand in Sicht- oder Hörweite. Dieser Aspekt ist jedoch aus meiner Sicht einer der grossen Vorteile, denn durch diese Intensität lernt man sich gegenseitig sehr viel schneller und besser kennen als dies in anderen pädagogischen Einrichtungen der Fall ist, was optimale Voraussetzungen für die pädagogische Arbeit bietet.
Ein Freund von mir hat aktuell einen Jugendlichen auf der Salomon platziert und wir betreuen auf unserer Gruppe einen ehemaligen Jugendlichen der Salomon. Da stellte sich natürlich die Frage, ob denn die Schilderungen der Jungs stimmen. Der Schiffsalltag ist für die Jungs sicher kein Ferienlager, doch das soll es ja auch nicht sein. Meistens ist es das hundertprozentige Gegenteil von dem, was sie bisher gekannt haben. Es gibt naturgegebene Grenzen, die weder ignoriert noch wegdiskutiert werden können. Es sind klare Strukturen vorhanden, die eingehalten (und durchgesetzt) werden müssen und die Freiheit ist sehr begrenzt. Es stimmt schon, das Wasser zum Duschen ist kalt, am Morgen gibt es eine halbe Stunde Morgensport, seinen Dreck putzt man selbst weg und wer die Struktur nicht einhält oder das Wohl der Crew gefährdet, muss harte Konsequenzen tragen, denn es geht um die Sicherheit von allen. Abmachungen, Versprechen und Worte werden ernst genommen und Privilegien, wie zum Beispiel einen Landausgang, müssen erarbeitet werden. Schlussendlich ist es ähnlich wie im Leben auch: Auf eine Aktion folgt eine Reaktion; das ist beim Segeln, im Schiffsalltag, während der Arbeit, in der Schule und in der Freizeit so. Wie diese Reaktion ausfällt, entscheiden die Jungs oftmals durch ihr Verhalten selbst und das ist etwas, das sie auf der Salomon sehr unmittelbar erfahren und lernen. Doch viel wichtiger als all die genannten Punkte sind die Beziehungen, die entstehen – sowohl unter den Jugendlichen als auch zwischen den Jugendlichen und den Teamern –, das gegenseitige Vertrauen, welches aufgebaut wird und im Alltag sehr deutlich beobachtbar ist. Dies schafft die Grundvoraussetzung für Veränderungen im Leben der Jugendlichen. Die Gesichter der Jungs strahlen, wenn sie die Segel setzen, das Schiff in Stand halten und allgemein gefordert werden. Die gemeinsame Zielerreichung führt zu Zufriedenheit, Gemeinschaftsgefühl, Selbstachtung und –vertrauen – alles wichtige Aspekte, um das Gelernte im Alltag zurück in der Schweiz weiter umzusetzen.
Ich denke, die Zeit auf der Salomon ist eine Lebensschule. Auf der einen Seite bereitet sie auf das Leben vor und zeigt eine Variante auf, wie es möglich ist, seinen Weg, trotz Widrigkeiten, in der Legalität zu begehen und auf der anderen Seite vermittelt sie auch, dass das Leben soviel mehr zu bieten hat als Gewalt, Drogen, Hilflosigkeit, Angst, Wut und Schmerz. Aus meiner Sicht erhalten die Jungs die Chance, das Leben neu zu entdecken und selbst zu entscheiden, auf welchem Weg es weiter verlaufen soll.
Ich habe Ihnen hier mit vielen Worten zu beschreiben versucht, wie es auf der Salomon zu und her geht, was ich beobachtet habe, wie es mir ergangen ist und wie ich empfunden habe. Doch ich denke, mit Worten alleine ist es schwer zu beschreiben, was die Schiffsarbeit ausmacht. Um es nachvollziehen zu können, muss man es erlebt haben. Ich hatte diese Chance und dafür möchte ich mich bei allen auf der Salomon nochmals von ganzem Herzen bedanken – es war eine tolle Zeit bei Euch! Ich denke oft daran zurück und werde sie sicher nie vergessen.

Auf Wiedersehen und viele Grüsse
Daniela

Cla Puorger hat uns auf der Atlantiküberquerung von den Kapverdischen Inseln in die Karibik tatkräftig unterstützt. In der Kombüse, beim  Nähen eines Segels oder als Lehrer unserer Bordschule. Überall war Cla mit seiner grossen Lebenserfahrung eine wertvolle Unterstützung. Ganz besonders hat mich  gefreut, als Du zusammen mit mir den 30 Meter hohen Mast bestiegen hast. Danke für Deinen engagierten Einsatz.
Urs Rüttimann

Ich stehe mit einem Jugendlichen auf dem Steg von Santa Maria auf der Insel Sal und es ist  drei Uhr in der Nacht. Wir warten auf das Dingi (Beiboot), welches uns auf die „Salamon“, die hell erleuchtet in der Bucht vor Anker liegt, bringen soll. Eine mit Komplikationen reich befrachtete Reise von der Schweiz auf die Kapverden geht doch noch glücklich zu Ende. Die Reise hat 24 Stunden länger als geplant gedauert, und ich bin müde und hoffe nur noch, dass ich bald in einer Koje schlafen kann. Das schiffseigene Dingi nähert sich dem Steg und nach kurzer Zeit sehe ich, wie ein rothaariger Junge und ein Erwachsener das Beiboot in der unruhigen Dünung am Steg halten. Unser Gepäck wird angenommen und wir können in das schaukelnde Böötchen  steigen. Urs der Kapitän begrüsst uns während der Jugendliche das Dingi noch am Steg festhält. Nach der kurzen Überfahrt dürfen der Jugendliche und ich an Bord der Salomon. Ich denke nur noch an eine Koje, aber da höre ich die klare und resolute Stimme von Urs „das Gepäck von „A“ kommt in das Ruderhaus“ und „A“ du musst dich ausziehen und an Deck duschen.

Ja ich bin auf dem Jugendschiff angekommen und hier herrschen klare Regeln. Ich schleppe mein Gepäck in den Achtersalon und warte bis die Prozedur des „Einklarierens“ mit „A“ abgeschlossen ist. Nun können wir gemütlich am Tisch platz nehmen und ich werde ganz herzlich von Urs und Fredi begrüsst. Nach der gemütlichen Runde, in der ich meine Probleme auf der Reise mit „A“ erzählen konnte, kam dann auch für mich das  erfrischende Duschen und die ersehnte Koje. Und was für eine Überraschung, die Koje war ganz liebevoll mit Schokolade „Bettmümpfeli“ und einer Willkommenskarte geschmückt, Danke dem Salomon Team.!
Nach kurzem aber erholsamem Schlaf werde ich in den „Alltag“ auf der Salomon eingeführt.
Auf der Salomon gelten für die Jugendlichen ganz klare Regeln. Das Verhalten und die Leistung der Seekadetten (Jungs) werden nach genau definierten und für die Jugendlichen klar erkennbaren Kriterien beurteilt.

Der Tagesablauf ist vor Anker und auf der Überfahrt klar strukturiert. Die Jugendlichen unterstehen einem wohlwollenden, aber strengem Team von Pädagogen, Lehrern und Techniker/Nautiker.

Diese Regeln, die Struktur und die Beurteilungskriterien habe ich während der vier Wochen auf der Salomon als sehr positiv und auch gerecht erlebt. Ich durfte auch in komplizierten Stresssituationen die Liebe und Führsorge des Teams zu den Jugendlichen miterleben. Man merkt, dass das Team das Ziel hat, aus Jugendlichen die eine sehr schwieriger Vergangenheit haben, verantwortungsvolle junge Menschen zu machen. Dass dieses Ziel nur mit dem Jugendlichen zusammen erreicht werden kann, wird auf einem „Segelschiff“ besonders klar. Denn nur wenn wirklich alle mitmachen lassen sich 700 m2 Segel setzen und dann auch segeln.

Ja das Nautische auf einem Traditionssegler muss ich noch lernen.Mit Segelyachten bis zu 50 Fuss komme ich gut zurecht, segle ich doch schon seit 20 Jahren als Skipper auf den Meeren herum. Aber wie funktioniert ein Traditionssegler mit drei Masten, Gaffelsegel, Rahsegel… ja ich staune über die vielen Nagelbretter mit den Tauen, ich werde noch viel lernen müssen!

Aber zuerst werde ich noch einmal an Land gesetzt. Ich muss den Karton am Flughafen holen der in der letzten Nacht vom Zoll nicht herausgegeben wurde.

Auf einer luftigen Ladefläche eines Pickups fahre ich für 1 Euro 20 Km nach Norden und kann nach einigen Verhandlungen mit dem Zollamt am Flughafen den Karton mit den Uniformen ohne Gebühren auslösen, und wieder mit einem 1 Euro, diesmal aber Kleinbus, nach Santa Maria zurück fahren.

Nach dem Mittagessen erhalte ich eine kurze Einführung mit einem Rundgang.

Ich staune über die gute Einrichtung. Küche mit Steamer, Waschmaschine und Tumbler, Wassermacher, Generator und die nautischen Geräte..

Die Jugendlichen sind sehr neugierig und möchten wissen, warum, wieso und wie lange ich auf dem Schiff sein werde und so werde ich ganz von selbst in den Tagesablauf eingeführt. Wenn die Salomon vor Anker liegt wird das Programm für die Jugendlichen sehr vielfältig gestaltet. Es werden Exkursionen an Land gemacht, Arbeiten am Schiff organisiert, Schulstunden für Alle, oder Einzelne Unterricht gehalten, individuelles lernen für Prüfungen, und noch vieles mehr. In den 40 Wochen, die ein Jugendlicher auf dem Schiff bleiben muss, durchläuft er eine nautische Laufbahn. Er kann die Prüfungen zum Schiffsjunge, Leichtmatrose und Matrose machen, und kann so in der Bordshierarchie vom Moses bis zum Matrosen aufsteigen. Natürlich wird Ihm dabei nichts geschenkt.

Die Anker Tage haben einen Rahmen der so aussehen kann.

Tagwache, dann Morgensport, 10 Runden um das Schiff schwimmen (800 m). Nach dem Morgenessen wird mit den Jugendlichen ein „Vorglühen“ gemacht d.h. ein Betreuer macht sich einige Gedanken zum Tag und trägt diese vor. Einmal in der Woche wird beim „Vorglühen“ mit den Jugendlichen über die vergangene Woche reflektiert. Anschliessend können die Zimmer (Kojen) in Ordnung gebracht werden, denn immer um 11 Uhr werden diese kontrolliert und benotet. Der Rest des Tages ist neben den Malzeiten mit Arbeitstraining, Segeltraining, individuelles Lernen oder Schule ausgefüllt. Selbstverständlich gibt es auch Freizeit. Dann können die Jungs   Baden, Spielen, Lesen….

Sobald der Anker gelichtet, und die Segel gesetzt werden wird der Tagesablauf durch einen Wachplan ersetzt. Auf diesen Moment bin ich besonders gespannt, denn meine Segel Erfahrungen beruhen auf dem Führen von modernen Yachten und ich habe nur theoretische Kenntnisse von Grossseglern. Die ersten Erfahrungen kann ich bei der ersten kurzen Überfahrt von Santa Maria nach Palmeira machen. Während des Segelsetzens setzt mich Urs mit den Worten 60 Grad am Wind ans Ruder, jetzt muss ich einfach. Aber einfach ist das nicht diese 60 Grad am Wind einzuhalten, damit sich das Ruder im Wasser bewegt muss man schon ordentlich am „Rad“ drehen. Zum Glück war der erste Kurs am Wind und so konnte ich mich an das Rudergehen auf der Salomon unter einfachen  Verhältnissen gewöhnen. Nach kurzer Zeit hat mich das dahin Gleiten der Salomon begeistert.

Ein paar Tage später musste ich erfahren, dass Steuern bei achterlichen (Wind von schräg hinten) Winden noch um einiges schwieriger sein kann. Aber zu diesem Zeitpunkt sind wir schon auf der Überfahrt von den Kapverden in die Karibik.

Der Tagesablauf wird jetzt vom Wachplan bestimmt, es gibt  vier Wachgruppen, und jede Gruppe macht zwei mal drei Stunden Wache innerhalb 24 Stunden.

In einer Wachgruppe sind 3 – 4 Jugendliche und ein Erwachsener.

Wachführer ist ein Jugendlicher. Der Erwachsene hat „nur“ eine Aufsichtsfunktion. Das Schiff wird im Normalfall von den Jugendlichen gesegelt.

Die Wachführer werden vom Kapitän anhand der nautischen Fähigkeiten ernannt. Das Alter des Jugendlichen spielt dabei keine Rolle. Es ist gut möglich dass ein Vierzehnjähriger  als Wachführer über einem Achtzehnjährigen steht. Diese Hierarchieunterschiede die auf Kompetenz beruhen werden im Grossen und Ganzen akzeptiert, und ich konnte mich während der Überfahrt überzeugen, dass diese Organisationsform funktioniert.

Nach 17 Tagen mit, zum Teil sehr wenig Wind, erreichen wir Guadeloupe. Auch wenn die Segelverhältnisse nicht optimal waren und der Motor oft mithelfen musste war es eine sehr schöne und besondere Atlantiküberquerung für mich.

Die Gemeinschaft mit den Jugendlichen und dem Betreuerteam auf der Salomon in Kombination mit dem Segeln eines Traditionsseglers war etwas Besonderes.

Die Organisation und die pädagogischen Strukturen, sowie das Betreuerteam auf der Salomon haben mich überzeugt. Ich denke, dass die Jugendlichen, die teilweise aus schwierigen Verhältnissen kommen, in den 40 Wochen Entscheidendes für Ihr Leben dazu lernen können.

Für mich ist in Guadeloupe die Zeit gekommen Abschied zu nehmen und in die Schweiz zurückzukehren. Die Jugendlichen und das Team sind mir ans Herz gewachsen und der Abschied fällt mir schwer.

Der Monat auf der Salomon war sehr streng und hat einiges von mir abverlangt. Aber ich möchte diese Zeit nicht missen und wenn die Salomon Crew wieder Verwendung für einen Pensionierten hat bin ich gerne bereit wieder einen Einsatz zu leisten

Cla Puorger

Pensionierter Rettungssanitäter/Anästhesiepfleger

Vom 31.8.09 – 18.9.09 hat Norbert Huser bei uns als 1. Offizier angeheurt. Lesen Sie hier seine Eindrücke.

Norbert Huser

Das Schweizerische Jugendschiff SALOMON – eine Option für die Zukunft!

Wenn sie glauben dies gelte nur für die Jugendlichen, die in einen geordneten Lebensabschnitt gebracht werden sollen, so haben sie sich gründlich geirrt.

In dieser kleinen Welt auf dem Schiff warten viele neue Erfahrungen, auch für Erwachsene. Alle Bereiche eines Menschen sind geteilt. Miteinander muss auf der Reise das gegenseitige Verhalten für eine positive und lebenswerte Zukunft gelebt und erfahren werden. Alle lassen oder müssen sich darauf einstellen, dass man ihnen in den persönlichen Bereich schaut, den man an Land sicher nicht offenbaren würde. Von den “Erwachsenen” wird natürlich nicht nur nautisches Können erwartet. Dies ist nur der Einsteig. Psychologie, Menschenkenntnis und -Führung sind Eigenschaften, die von den betreuenden Personen vorausgesetzt werden. Selbstverständlich sind hier die Theoretiker nicht gefragt. Es geht zur Sache und “Anpacken” müssen alle!

Erlauben Sie mir an dieser Stelle einen ganz persönlichen Gedanken: “Wir haben rund 35 Handelsschiffe auf dem Meer. Die Besatzungen meist mit Ausländern besetzt… In der Schweizerischen Seefahrt gibt es doch Arbeitsplätze für Absolventen dieser besonderen Lebensschule”

… denn Anpacken müssen ALLE! So erlebte ich den gekonnten “Aufschiesser” (Ankermanöver unter Segel), welcher das i-Pünktchen auf eine gelungene Sardinien – Balearen Überfahrt setzte. Die Jungs lernen nautisches Handwerk, das ihnen an Land nichts nutzt, dafür aber umso mehr auf ihrem Lebensweg! Der Bootsmann hatte mich schlicht und einfach überrascht; Die Kommandos vom Kapitän Urs leitete er präzis um an die entsprechenden Personen. Mit einem perfekten Timing die Segel geborgen und der Anker an der richtigen Stelle in der Bucht gesetzt.

Die Jungs setzen, reffen und bergen die Segel, bedienen die Ankerwinsch, kochen, haben Ämtlis in denen das Schiff aufgeklart und in Ordnung gehalten wird. Fachausdrücke wie Rahsegel, Kurshalten und Schäkel kennen die Kadetten. Dies alles neben der “normalen” Bordschule und dem Arbeitstraining. Das grösste Kompliment kann ich über die Stimmung an Bord geben; fair, positiv Zukunftsorientiert, korrekt, gelöst wird, wo es angebracht ist. Vertrauensvoll und dennoch geordnet und bestimmt.

Auf der Wache kommen auch mal Wünsche und Vorstellungen von den Jugendlichen Seekadetten. Eine Zukunft auf See als Kapitän ist ebenso wie eine berufliche Tätigkeit an Land dabei. In der Maschine auf einem Frachter oder auf Deck zu Arbeiten, sich mit der Sicherung der Ladung auf See in der zukünftigen Berufsausübung zu befassen-, da existieren konkrete Ziele. Auch das Interesse an der Navigation, sich mit der Merkator-Karte zu befassen oder Meteorologische Zusammenhänge zu verstehen. Das Interesse an Funk und Meteo durfte ich in zwei “Schulstunden” wecken und viele Fragen beantworten. Wirklich viel Interesse kam da von den Jungs! Da wird es einem Funkoffizier der als 1.Off. anmusterte so richtig warm ums Herz. Ich erinnerte mich an meine berufliche Laufbahn auf See und wünsche, dass die Ziele, Wünsche und die beruflichen Fähigkeiten der Jugendschiff-Kadetten in Erfüllung gehen. Natürlich auf einem Schweizer Schiff unter Schweizer Flagge wie ich damals als R’Off. die Chance bekam.

31. August – 18.September

1. Offizier Norbert Huser

http://fmwx.info

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