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Montag, 30. Mai 2011
Singen, Wiederholung des Morgensportes, unfreiwilliges Bad am Feierabend
Am Vormittag haben die Jungs Gesangsunterricht bei Johanna und singen mit viel Begeisterung “We are the world”, “Hello, hello!” und andere Lieder.
Danach geht’s ab auf die Mole, den Morgensport zu wiederholen, da er heute morgen von den Jungs selber geleitet wurde und dementsprechend eher nach Lockerungsübung als nach hartem Training aussah. Johanna organisiert verschiedene Stafetten, so dass sie doch noch ins Schwitzen kommen und dabei auch noch ihren Spass haben.
Die Jungs, die am Abend nicht in den Ausgang gehen, geniessen den Feierabend mit “Chillen” auf dem Schiff, Fischen und Basketballspielen an der Mole. M.M. versenkt dabei aus unerfindlichen Gründen seine Anglerspule und versucht sie verzweifelt mit Flossen und Taucherbrille wieder hoch zu holen. Vergebens. Er ist überglücklich, als ihm A.F. nochmals eine schenkt. Plötzlich kommt G.F. aufgeregt angerannt und fragt, ob sie auf eine grosse Boje gehen dürften. Ich überlege kurz und erlaube es ihnen, obwohl es mir klar ist, dass es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit ist, bis alle Jungs mitsamt ihren Kleidern im Wasser landen würden. Und siehe da! Es vergingen keine fünf Minuten, als Gejohle und Gelächter aus dem Wasser ertönt. Sofort bildet sich eine kleine Menschenmenge oben an der Mauer. Ich gehe etwas besorgt hinüber, kann mir aber dann ein Lachen nicht verkneifen, als ich sehe wie G.F., J.C., R.F. und Y.O. mit ihren Kleidern im Wasser herum”schwadern”, kichernd und gleichzeitig verbissen versuchen, wieder zurück auf die Boje zu kommen. Da diese aber eine Art schwimmende Wurst darstellt und sich dreht, sobald man an ihr zieht, fallen die Jungs immer wieder ins Wasser zurück. Die portugiesischen Angler beugen sich grinsend zu unserem “Plantsch-Quartett” und strecken ihnen hilfsbereit ihre Hand hin, um sie wieder hochzuziehen. Triefend nass und lachend gehen die vier anschliessend zum Schiff zurück und gönnen sich eine Dusche.

Dienstag, 31. Mai 2011
Nothelferkurs, Reparaturen am Schiff, Fische präparieren
Das Vorglühen von Urs handelt von dem Unterschied zwischen Anpassung und echter innerer Veränderung. Im Moment haben wir den Eindruck, dass unsere Jungs vor allem ersteres leisten.
Nach dem Vorglühen geht es wieder weiter mit Gesangsunterricht und Reparaturarbeiten am Schiff. Am Nachmittag stehen nebst Arbeitstraining, Nothelferkurs und Sportunterricht auf dem Programm. Es ist wirklich sehr praktisch, dass wir an der Mole liegen – die Jungs (und wir auch!) geniessen die Bewegungsfreiheit.
Am Abend hätten eigentlich Gabi mit zwei neuen Jungs kommen sollen, doch da sie ihren Anschlussflug verpasst haben, verbringen sie diese Nacht noch in Lissabon.
A.F., M.M., A.G. und P.H. haben unterdessen so viele Fische gefangen, dass einem aus fast jedem Fach des Kühlschranks Fischaugen anstarren. Ich schlage deshalb vor, dass wir sie doch mal essen – ansonsten würde sich mein Kühlschrank Tag für Tag mit immer neuen Fischen füllen. Cla hilft ihnen deshalb, die Fische für das morgige Abendessen zu präparieren.

Mittwoch, 01. Juni 2011
Ankunft von Gabi, M.S. und D.S., Überreichung des Nothelferausweises
10.30h: “Kling, kling!” Alle Jungs spurten nach dem Schiffsgeläut in Uniform an Deck, um die Neuankömmlinge M.S. (13J.) und D.S. (17J.) mit einem Einstehen willkommen zu heissen. Nach der Begrüssung von Urs reihen sich die beiden der Grösse nach in die Salomon-Crew ein.
Nach der Begrüssungszeremonie erhalten A.F., B.B. und P.H. ihren Nothelferausweis von Cla, für den sie viel gelernt und geübt haben.
Den Rest des Tages verbringen wir mit dem Einführen der neuen Jungs (Filzen der Kleider und des Gepäcks, Kleider mit Namen beschriften, Schreiben eines Eintrittberichtes, Sicherheitsanweisung durch Matrose F.Z., Beziehen der Kojen, Kennenlernen der anderen Jungs), Sportunterricht an der Mole und das Zubereiten der mit viel Stolz geangelten Fischen.

Donnerstag, 02. Juni 2011
Geburtstag von L.R., Mega-Einkauf für Überfahrt (7 Wägeli voll), 3h einräumen, Segeltraining, Geburtstagsessen und -torte für Lukas, Kiosk
Happy Birthday, L.! Vor 15 Jahren kam L.R. auf die Welt. Um dies so richtig zu feiern, kaufen wir in unserem Grosseinkauf für die Überfahrt auch Fajitas für das Geburtstagsessen am Abend. Insgesamt füllen wir sieben “Wägeli”. Zum Glück fahrt uns der Lieferservice des “Continente” an den Hafen zurück. Unglaublich diese Mengen! Gabi und D.M. verräumen die Ware ganze drei Stunden lang.
Die anderen Jungs haben Segeltraining und machen ihre Sache gut. Urs und F.Z. geben die Kommandos von der Mole aus.
Am Abend gibt es “Kiosk”. Die Jungs freuen sich über die neuen Shampoos, Duschgels, Bodylotions, Zahnbürsteli und Zahnpasta. Sie decken sich je nach Kontostand mehr oder wenig grosszügig ein. Da es nach Dienstalter geht, schauen die Jungs, die noch nicht an der Reihe sind, aufmerksam zu und hoffen, dass ihr Lieblingsshampoo nicht vor ihren Augen verkauft wird.
Mmmmh und nach dem Kiosk gibt es die Geburtstagstorte von Lukas, die wir alle genüsslich verspeisen.
Was sonst noch so gelaufen ist? M.M. und P.H. geraten wegen einer Bagatelle wieder mal aneinander. Schon schwer verständlich: Manchmal sind sie ein Herz und eine Seele und dann haben sie wieder Streit.
Der neue Junge, M.S., tigert nervös von Erwachsenen zu Erwachsenen und fragt mit italienischem Akzent alle dasselbe: “Kann ich baden, kann ich baden?”

Freitag, 03. Juni 2011
Ausflug auf den “Hausberg” Monte Brasil, Stimmungsumsturz am Abend
Am Freitag beschliessen wir alle zusammen einen Ausflug auf den Monte Brasil, den “Hausberg” von Angra, zu machen. Wir haben eine super Zeit auf dem Berg mit Fussballspielen, Picknicken, Plaudern, Schaukeln und die Aussicht geniessen.
Nach dem Grillabend kippt die Stimmung an Bord von einem Extrem ins andere: Die Jungs ärgern sich, dass sie nicht an die Mole dürfen und sind schlecht gelaunt. Daraufhin beginnen D.M. und M.M. Streit und gehen mit den Fäusten aufeinander los. R.F. trennt die beiden Streithähne voneinander, und Manuel und Urs schlichten die Wogen. Da aber die Jungs weiterhin schlechte Laune verbreiten, müssen alle um 21.10h unverzüglich ins Bett und das Licht löschen.

Samstag, 04. Juni 2011
Samstagsputz, Sport und Freizeit auf der Mole, Film
Am Samstag wird in der Befindlichkeitsrunde der gestrige Abend nochmals thematisiert und ihnen dargelegt, wie wir uns ein Zusammenleben vorstellen: In gegenseitigem Respekt und Toleranz. Zwar sind das hohe Anforderungen, doch ist es wichtig, dies trotzdem immer wieder zu sagen und ihnen zu erklären, wie das konkret aussehen würde.
Danach sind Samstagsputz, Sport und Freizeit an der Mole auf dem Programm. Am Abend gibt es den Film “The Fast and The Furious”.
Es war ein toller Tag mit den Jungs – als hätte es ein Gewitter wie am gestrigen Abend gebraucht.

Sonntag, 05. Juni 2011
Kurvengang von M.S., ruhiger Sonntagnachmittag, etwas im Tun
Um 09.45h kommt A.F. in den Achtersalon und meldet, dass M.S. fehlt. Um sicher zu sein, machen wir ein Einstehen. Die Jungs kommen teilweise direkt aus dem Bett. Sie stellen sich in der Reihe auf und numerieren durch. 15 – Schluss! Tatsächlich, M.S. fehlt. Wir informieren, dass Manuel und ich nach dem Frühstück auf den Polizeiposten gehen und eine Vermisstmeldung aufgeben. Weit kann er auf dieser Insel zum Glück ja nicht kommen. Als wir auf dem Posten sind, taucht er auch schon auf: Seine Mutter habe ihm am Telefon gesagt, er solle sich auf dem nächsten Posten melden. Wir sind erleichtert und nehmen ihn wieder aufs Schiff mit. Dort erklären wir ihm nochmals in aller Ruhe die Regeln auf dem Schiff. Als Konsequenz muss er am Abend den ganzen Abwasch alleine machen.
Den Rest des Tages verbringen wir mit Schachspielen, Musik hören, Fischen, Fussballspielen – und einfach den Tag geniessen.

Madeleine Laffer

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Montag, 23. Mai 2011

Bekanntgabe von Konsequenzen,” normaler” Arbeitstag

Am Montagmorgen herrscht eine gewisse Unruhe unter den Jungs: Nervös erwarten sie den Teamentscheid bezüglich den Raucher-, Trink- und Diebstahlgeschichten: Die betreffenden Jungs haben bis auf Weiteres  nur noch begleitete Ausgänge mit einem Erwachsenen, und diejenigen, die geraucht und Alkohol getrunken haben, gehen am Dienstag auf einen 10 stündigen “Rauchermarsch”. Ein Aufatmen oder ein Seufzen machte sich bei  den Jungs bemerkbar.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Nothelferkurs und Arbeitstraining. Am Abend bereiten sich die acht “Rauchermarsch-Jungs” auf den morgigen Tag vor.

 

Dienstag, 24. Mai 2011

10stündiger Rauchermarsch

04.55h: Treffpunkt mittschiffs. Johanna und Mänu checken die letzten Dinge und machen sich punkt 5.00h mit den acht Jungs auf den Weg. Die Route geht um die ganze Insel Graciosa herum und quer über die Hügel hinweg.

Mit den verbleibenden 6 Jungs essen wir um 8h gemütlich Frühstück – es mutete schon richtig familiär an, so im kleinen Rahmen. Danach gibt es Arbeitstraining. Es herrscht eine angenehme Ruhe und Gelassenheit auf dem Schiff.

Zwischen 14h und 15h warten R.F. und G.F. mit Madeleine an Land auf den “Delivery Service” vom Laden des nächsten Dorfes. G.F. meint, dass diese Zeitangabe in Brasilien normal sei, und er sich schon auf 16h einstelle: “sicher, mann, chömme die erst uf die 4i – jo, scho sicher!” Für R.F. und Madeleine ist dies jedoch schon etwas gewöhnungsbedürftig. Sie sind sichtlich erleichtert, als um 14.55h ein Pick-Up Auto mit unserer Bestellung von 180 WC-Rollen, 300l Milch, 4kg Äpfel, 4kg Orangen, 10 Butter, 80 Joghurts, 7 verschiedene Käse etc. rückwärts die Rampe runterrollt.

Zurück zu unserem Wandertrupp: Die Stimmung ist trotz grosser Anstrengung gut. Ab Stunde 7 hängt es jedoch an -  alles tut weh. Nach 9 Stunden und 15 Minuten bricht Manuel die Übung wegen guten Benehmens vorzeitig ab und erlässt die restlichen 3/4 Stunden.

Erschöpft, hundemüde und auf “den Felgen” kehren die Jungs mit dem Dingi zur Salomon zurück. Mit letzter Kraft ziehen sie sich an Bord und werden von den “Zurückgebliebenen” herzlich begrüsst. Urs gratuliert ihnen zu ihrer Leistung und ihrem Durchhaltewillen. Danach gibt es Zvieri und Badevergnügen.

 

Mittwoch, 25. Mai 2011

Überfahrt Graciosa-Terceira

Um 09.00h lichten wir den Anker und stechen in See. Das ganze Ablegemanöver machen wir ohne Motor, sondern nur unter Segel, was nicht alltäglich ist. Wir segeln 44 Seemeilen (rund 82km) von der Insel Graciosa zurück nach Terceira, wo Christoph Meister, unser Supervisor und Mentor, von Bord gehen wird. Auch auf dieser kurzen Überfahrt verspürt ein Teil der Crew leichte Seekrankheit, und wir versuchen uns innerlich schon auf die lange Überfahrt nach Irland einzustellen.

Um 19h bergen wir die Segel und bereiten uns auf das Anlegemanöver vor. Aber erst zwei Stunden später laufen wir in den Hafen von Angra ein – auf See braucht alles seine Zeit und vor allem Geduld. Da unser Platz an der Mole schon von einem Fischkutter besetzt ist, müssen wir vor Anker gehen. Nicht ganz angenehm, weil es viel Schwell hat, und die Salomon heftig von einer Seite auf die andere Seite schaukelt.

Um 21.40h ist das Ankermanöver beendet, und die Jungs stehen nochmals ein, und werden für ihre Arbeit gelobt. Danach gibt es für alle ein Schoggiriegel als Bettmümpfeli, von denen es nie genug geben könnte…

 

Donnerstag, 26. Mai 2011

Verabschiedung von Christoph Meister, Vorbereitung für Überfahrt nach Irland, PC-Verbot wegen Hackern

Nach der Verabschiedung von Christoph Meister legen wir an der Mole im Hafen von Angra an, was wegen des vielen Schwells hohe Konzentration erfordert.

Am Nachmittag geht es an die Vorbereitung für die Überfahrt: Das Brahmsegel wird herunter geholt, da einige Löcher zu nähen sind, unterhalb der Reling wird frische Farbe aufgetragen, ein Vorsegel wird verstaut, und der Dampfabzug in der Küche wird gründlich geputzt.

Vor dem Abendessen kommt leider schon die nächste ungute Geschichte ans Licht: Einer der Jungs hat unser Password des Computers geknackt, und mit den MacBooks der Jugendlichen unser System gehackt. Die meisten haben davon gewusst, und teilweise auch davon Gebrauch gemacht. Deshalb entscheiden wir, dass im Moment der Computer für die Jugendlichen “gestrichen” ist.

 

Freitag, 27. Mai 2011

Arbeitstraining, Grillabend-”Schlachtfeld”

Heute wird weiter fleissig am Schiff gearbeitet, und damit ihr monatliches Taschengeld aufbessern. Während unserer Wochenrückblick-Sitzung bereiten die Jungs den Grillabend selbständig vor. Als wir um ca. 17.30h in der Küche vorbei schauen und nachfragen, ob es was zu helfen gibt, wirken die vier Jungs etwas von der Rolle und leicht gestresst. Ein Blick in die Küche verrät alles: Es sieht aus wie auf einem Schlachtfeld. R.F. erzählt, dass die Pfanne mit der Suppe drin umgefallen sei, und sie sich auf den ganzen Boden und im Abwaschbecken verteilt hätte. Deshalb hätten sie alles putzen, und er “einen Spenglereinsatz” hätte machen müssen, um den verstopften Ablauf zu reparieren. Dabei sei eine riesige “Sauerei” entstanden – deshalb die ganze Verzögerung.

 

Samstag, 28. Mai 2011

Samstagsputz, “Molenfreizeit” und Film

Mänu koordiniert mit Fredi und Madeleine den Samstagsputz. Die Jungs machen flott mit, und deshalb dürfen sie nach der Siesta und nach der Befindlichkeitsrunde ohne uns auf die Mole, so dass wir sie immer noch im Blickfeld haben. Sie gehen angeln, spielen Federball oder versuchen Krabben zu fangen.

Zufrieden und hungrig stürzen sie sich um 18h auf die Fajitas. Anschliessend gucken sie den Film “Prince of Persia”.

 

Sonntag, 29. Mai 2011

Nächtliche Besucher an Deck, Ausschlafen, Hängen, Basketballspielen, Telefonieren

Um ca. 1h nachts werden wir von Gepolter an Deck geweckt. Sofort kommen Urs, Mänu, Johanna und Madeleine aus ihren Kojen hoch. Urs und Mänu gehen zu den beiden Männern hin, die gemütlich mitschiffs sitzen und etwas trinken. Nachdem sie Urs weggeschickt hat, verziehen sie sich fast etwas unwillig. Wir empören uns richtiggehend. Leider kommt uns erst im Nachhinein in den Sinn, dass wir einen “all hands-Alarm” hätten auslösen können. Das wäre richtig “Action” für die Jungs gewesen. Als wir es ihnen heute erzählen, leuchten ihre Augen auf, und sie meinen, das nächste Mal, müssten wir sie unbedingt wecken, dann würden sie sich sofort bereit machen, aber erst wenn sie in den Startlöchern seien, sollten wir den Alarm auslösen. So würden die Eindringlinge nicht entwischen können, sobald sie den Alarm hörten.

Nach dem Sonntagsbrunch gibt es wie immer Freizeit mit Musikhören, Monopoly spielen, fischen an der Mole und Basketballspielen. Ein richtig zufriedener Sonntag! ml

Montag, 16. Mai 2011

Nach einem gemütlichen Sonntag packen wir am Montag unsere Rucksäcke, um den Westen der Insel zu Fuss zu erkunden.  Aber noch bevor es losgeht, legt sich P.H. mit M.M. an, und dieser wiederum nur kurze Zeit später mit G.F. R.F. und Y.O. gehen jeweils dazwischen und trennen die Streithähne von einander. Wir ordern ein Einstehen an und Manuel gibt den Jungs den Tarif durch. Danach ziehen wir mit allen los, und die Stimmung bessert sich langsam auf.

Mit dem Bus fahren wir bis nach Serrata – der Wanderweg ist unübersehbar, da ein Schild fast so gross wie ein Autobahnschild uns den Weg weist.

Die Jungs sind zuerst gar nicht begeistert, dass es den Berg hoch geht – bis auf rund 900m, doch nach anfänglichem Beklagen, geniessen sie es sichtlich, sich wieder mal ausgiebig zu bewegen. Die Wanderung geht durch Dickicht, Wiesen, Felder und Gestrüpp zu einem kleinen See hoch.

Auf dem ” Gipfel ” essen wir unseren Lunch und schauen aufs Meer, dessen Horizont leider mit den Nebelschwaden verschwindet. Es ist ziemlich windig und kühl, so dass wir uns bald auf den Rückweg machen. Wir entdecken Steine aus Lava, die zwar gross und schwer aussehen, aber so leicht wie eine Papierkugel sind.

G.F. macht sich einen riesen Spass daraus, sich im Gebüsch zu verstecken, um Johanna und Madeleine zu erschrecken. Andere Jungs wiederum befinden sich plötzlich in einem Actionfilm, “ballern” aufeinander los, gehen in Deckung und pirschen sich an ihre “Feinde” ran.  Als sie sich jedoch mit Steinen zu bewerfen beginnen, rufen wir sie  zur Ordnung auf.  Mit leuchtenden Augen erklären sie uns, dass sie sich eben nicht ernsthaft bekämpft, sondern nur Filmszenen nachgespielt hätten.

Nach rund zweieinhalb Stunden befinden wir uns wieder an unserem Ausgangspunkt und kehren zufrieden mit dem Bus nach Angra zurück.

Am Abend stösst Christoph Meister, unser Supervisor und Mentor, zu uns, worüber wir uns sehr freuen. Die Zeiten mit ihm sind immer sehr wertvoll und bringen sowohl die Jungs als auch uns als Team weiter.

Dienstag, 17. Mai 2011

Der heutige Tag dient dem Segeltraining, um uns für weitere Überfahrten vorzubereiten. Doch zuerst verabschieden wir noch Gabi in ihre zweiwöchigen Ferien. Danach legen wir ab, segeln der Küste entlang und üben verschiedene Manöver: Halsen, Wenden, Backstagen setzen etc. Die nautischen Fähigkeiten der Jungs haben definitiv noch nicht ihren Höhenpunkt erreicht, doch der Einsatz, der Wille und der Ehrgeiz, mehr zu lernen, sind da. Auch hier gilt: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen bzw. Übung macht den Meister.

Mittwoch, 18. Mai 2011

Da es erst morgen weiter nach Graciosa geht, nutzt Johanna den Tag und macht mit den Jungs Sport, und Cla erteilt ihnen Nothilfeunterricht.

Der Abend verläuft soweit ruhig, doch in verschiedenen Situationen und Gesprächen wird deutlich, dass unter den Jungs da und dort Konflikte vorhanden sind, die aber bis jetzt noch nicht offen ausgetragen werden.

Donnerstag, 19. Mai 2011

Um 09.30h binden wir die Taue von der Mole los und machen uns Richtung Graciosa auf. Leider herrscht Flaute, doch Segeltraining ist auch bei Windstille möglich. So trainiert F.Z. mit den Jungs verschiedene nautische Abläufe. Danach ist Freizeit angesagt. Einige helfen Johanna und Madeleine beim  Kochen und sprechen dabei über Siamesische Zwillinge, über Abtreibung, über die eigene Familie etc. Langsam nähern wir uns Graciosa. Die Jungs sind ganz aufgeregt, als sie an der Reling stehend  “portugiesischen Galeren” im Wasser entdecken – eine giftige Quallenart.  Um 18h lassen wir in einer ruhigen Bucht – in “Baia da Folga” – den Anker hinunter.

Am Abend gibt es wieder mal eine Ämtlizeit ohne Worte. Dementsprechend zackig sind wir fertig, und der Feierabend kann beginnen. Wir spielen einmal mehr “werwölflen” – ein Gruppenspiel, das wir in letzter Zeit sehr oft spielen. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wer sich wie verstellt, um zu verstecken, dass er Werwolf ist. 

Freitag, 20. Mai 2011

Nach dem Vorglühen starten wir auf Entdeckungsreise – wir möchten den Krater eines verglühten Vulkanes durchqueren und zu einem Schwefelsee hinabsteigen. Wir sind alle gespannt darauf, aber müssen bald schon merken, dass es nicht so einfach ist, zum Ziel zu kommen, wie wir uns das vorgestellt haben: Die Wegweiser und das Kartenmaterial, das wir haben, sind etwas lückenhaft. So umrunden wir einmal den ganzen Krater, ohne den Einstieg zum Schwefelsee gefunden zu haben. Das nervt die Jungs schon bald, und sie beginnen zu protestieren. Als wir wieder am gleichen Ort stehen, wie eine Stunde zuvor, machen wir unseren Mittagsrast. Mit Essen im Magen lassen sich Herausforderungen besser meistern. So machen wir uns nach dem Picknick nochmals auf. Wir erreichen eine kleine Höhle und sehen von dort wenigstens in den inzwischen überwachsenen Krater hinein. Wir geben jedoch nicht so schnell auf und suchen erneut den Einstieg.  Diesmal klappt es, und wir steigen 183 Treppenstufen zum unterirdischen Schwefelsee hinab. Je näher wir dahin kommen, desto mehr riecht es nach verfaulten Eiern. Wegen des  CO2-Gehaltes des Schwefelsees dürfen wir jedoch nicht zu nahe heran. Als wir alle an einem Ort sitzen, stoppt J.C. die Zeit, und wir sind eine Minute lang ganz ruhig und lauschen der Stille. Einzig das Blubbern des Schwefels ist zu hören. Eindrücklich!

Pünktlich um 15h kommen wir am Hafen von Praia an und werden von Manuel im Dingi abgeholt. Wir motoren in die Baia da Folga zurück, da es dort ruhig ist, und das Meer  keinen Schwell hat.

Während unserer Sitzung bereiten die Jungs selbständig unseren Grillabend vor. Wir geniessen es, gemütlich beisammen zu sein und fein zu essen.

Samstag, 21. Mai 2011

Um 10h haben wir nach fast drei Wochen Pause wieder mal eine Befindlichkeitsrunde. Das Hauptthema ist diesmal M.M., der die anderen Jungs immer wieder provoziert, und sie es wiederum nicht lassen können, ihn zu plagen. Es geht darum, dass alle einen Schritt aufeinander zumachen müssen bzw. einen Strich unter das Vergangene zu ziehen  und neu miteinander zu beginnen.

Die Befindlichkeitsrunde ist kaum beendet, geraten M.M. und P.H. schon wieder aneinander. Es zeigt sich einmal mehr, dass das Wollen und das Umsetzen zwei paar verschiedene Schuhe sind.

Während des Samstagsputz stossen wir in der Koje eines Jungen auf eine Knoblauchpresse mit Muskatnussrückständen, die zum Rauchen gebraucht worden sind. Durch diese Entdeckung kommt einiges ins Rollen, und wir stellen am Ende der Gespräche mit den betreffenden Jungs ernüchtert fest, dass uns viele immer wieder belügen, bestehlen und unser Vertrauen missbrauchen.

Die Konsequenzen davon lassen wir noch offen und werden sie am Montag in der Teamsitzung besprechen.

Der Abend verläuft ruhiger und irgendwie gelöster als die Abende zuvor – als wären die Jungs erleichtert, dass einiges, was ungut gelaufen ist, ans Licht gekommen ist.

Sonntag, 22. Mai 2011

Heute Sonntag ist es seit langem wieder mal so richtig schön warm. Die Jungs gehen schnorcheln, schwimmen oder bleiben an Bord und geniessen das “dolce far niente”.

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