Für das Abschiedsessen unseres Matrosen F.Z. und von G.F. aus Biel sowie unserer sozialpädagogischen Mitarbeiterin Madleine Laffer, welche in ihre verdienten Ferien abreiste, gingen wir letzten Sonntagabend in das neue italienische Restaurant „Club One“ in Santa Maria.
Das Club One ist ein beinahe überdimensioniert grosses Restaurant mit einem offenen Hof in der Mitte, in welchem wir an einem langen Tisch die besten Pizzas von ganz Sal zu uns nahmen.
Es war ein geselliger Abend in Uniform. Alle waren guter Laune und trotzdem nachdenklich, weil allen bewusst wurde, dass am nächsten Morgen ein spürbarer Aderlass an Jungs stattfinden würde.
F.Z. beendete seine zweite Schiffszeit auf der Salomon mit dem Rekordmeilenstand für Jugendliche von 18969sm. Seine Präsenz auf dem Schiff war enorm. Er war Schnittstelle zwischen den Jugendlichen und Erwachsenen, er leitete die Segelmanöver bravourös, kümmerte sich um viele technische Bereiche und war generell eine grosse Unterstützung für die Schiffsführung.
Auch G.F. hinterlässt eine Lücke mit seiner meist gutmütigen brasilianischen Mentalität.
Für eine „weiche Landung“ der beiden in der Schweiz soll das Brückenangebot in Rafz sorgen, in welchem sie auf einer Baustelle zum Einsatz kommen und durch gezielte Betreuung auf die Herausforderungen der Arbeitswelt in der Schweiz vorbereitet werden.
Wir wünschen den beiden, dass ihnen der Übergang in die Schweiz gut gelingt und dass sie ihren Platz im Leben finden.
Am Montagmorgen kurz nachdem wir die drei an Bord verabschiedet hatten, machten wir seeklar, um auf Überfahrt nach Sao Vicente zu gehen.
Einerseits wollten wir wieder einmal Luftveränderung nach vier Wochen Sal und andererseits war Segeln angesagt, um im Training zu bleiben. Gerade die Vormänner A.T, H.Ü sowie A.G. sollten sich ohne Matrose F.Z. beweisen – und, sie taten dies auch bestens.
Bei gutem Wind aus Nordost und recht starkem Schwell aus Nordwest segelten wir zwei Drittel der 130sm nach Mindelo, bevor wir die Maschine zur Unterstützung in der recht konfusen See einsetzten.
Einigen wurde es ziemlich schlecht. Vor allem unser neuer C.B. erhielt eine Kostprobe des Lebens auf See. Doch er gewöhnte sich recht schnell an die Bewegungen des Schiffes und am zweiten Tag ging es ihm schon viel besser.
In der Bucht von Mindelo angekommen, brauchte es zwei Ankermanöver unseres neuen Ankerchefs M.M. bis wir für den angesagten Starkwind von Freitag sicher lagen. Wir gingen ziemlich nahe zum Land vor Anker, wo der Grund aus einer Mischung aus grobem Sand und dickem Schlamm besteht.
Es zeigte sich, dass es der richtige Ort gewesen war. Der Anker hielt bestens. Backbord von uns gerieten diverse Frachtschiffe in Rutschen und mussten während der starken Böen umankern und zusätzlich mit Maschinenkraft dem Winddruck standhalten.
Wegen des seit Mittwoch starken Windes passten wir unser Arbeitstraining an und malten nur in windgeschützten Bereichen und wir nahmen uns der zu erledigenden Arbeiten unter Deck an.
Am Mittwochnachmittag gingen alle Jungs zusammen mit Manuel Maurer und Pascal Abry an den Praia Grande (einer der schönsten Strände der Welt) Wellenbaden. Die Jungs durften aber nur im stehtiefen Bereich ins Wasser. Weiter draussen, wo die grossen Wellen brachen, war es an diesem Tag zu gefährlich.
Nach dem Starkwind von Freitag und der Nacht auf Samstag brachten wir mit dem Samstagsputz die Salomon wieder auf den Vordermann und gingen danach als Lohn an den Stadtstrand Laginha von Mindelo baden und Fussball spielen. Als einziger versuchte sich M.M. mit den Einheimischen beim Fussball. Die anderen spielten unter sich oder genossen einfach die gute Stimmung am Strand.
Am Samstagabend ging D.S., unser Smutje, mit mir in den Ausgang. Wir unterhielten uns über viele Dinge: die Gruppendynamik an Bord, die kommende Zeit in der Schweiz, über Fussball und Roger Federer.
Am Sonntag gab es einen chefmässigen Brunch und danach gingen J.B, T.E., D.S und C.B. zusammen mit Manuel Maurer mit dem Aluguer (Sammeltaxi) nach Calhau ans andere Ende der Insel auf eine Vulkankrater-Wanderung.
Begeistert kamen die Ausflügler abends mit tollen Eindrücken und Fotos aufs Schiff zurück und weckten die Lust auch bei den Daheimgebliebenen demnächst auf einen solchen Ausflug mitzugehen.
Patrick Gränicher























